Regierungskonflikt in Belgien
6. Dezember 2007 09:19

Mitten im Herzen von Europa, im Zentrum der Macht in Brüssel findet eine Tragödie statt, die sich nahezu unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit ereignet. Ich glaube dieses Ereignis und die Ignoranz und Gleichgültigkeit mit der wir hierauf reagieren, sollte uns alle zu denken geben.

Was ist Europa ohne die Wahrnehmung der Tragödien, die sich in unseren europäischen Ländern abspielen? Belgien hat seit dem 10. Juni 2007, also seit mehr als einem halben Jahr, keine Regierung. Belgien, oder besser gesagt die belgische politische Klasse streitet um die Zukunft des Landes und die Einheit des Landes. Das französisch geprägte Wallonien hat mit dem Verlust seiner ehemals reichen Industriezentren (Stahl, mechanisierte und Montan-Industrie) auch seinen wirtschaftlichen und politischen Einfluss verloren. Das niederländisch geprägte Flandern hat in den letzten Jahren hingegen erhebliche wirtschaftliche und politische Macht gewonnen. Der wirtschaftliche Aufstieg von Flandern und die Frustration über einen ständigen "Finanzausgleich" mit dem schwächeren Wallonien sind die Hauptquellen der flämischen Frustration. Natürlich spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle: zwei Sprachen führen halt auch zu zwei Kulturen, Denkstilen und Wahrnehmungshorizonten. Die wallonischen Kinder weigern sich flämisch zu lernen und die flämischen Kinder verweigern sich französisch zu lernen. Die gemeinsame Sprache wird immer mehr die englische. Von diesem Verfall der gemeinsamen Werte ist besonders die Mittel- und Unterschicht betroffen, aber auch die Elite des Landes verweigert sich immer mehr. Und die politische Klasse ist nicht in der Lage, eine Lösung zu finden. Ein Trauerspiel! Eine von den Parteien unabhängige Petition fordert die Belgier auf, die Gemeinsamkeit wieder zu entdecken. Alle Informationen finden Sie auf der folgenden Webseite:

depetitie.be oder lapetition. be

BelgischeFlaggen

"Wir, Belgier von Geburt, im Herzen sind wir neue Belgier ... fordern die auf, unser Land uns seine Einheit zu respektieren. Unser Land ist zu klein um weiter zerstückelt zu werden, vor allem im heutigen Europa. Wir Belgier aller Regionen und aller Gemeinschaften, fordern die Politiker auf, sich mit den wirklichen, dringenden Problemen dieses Landes wie Arbeitsplätze, Sicherheit, Gesundheit, Wohlbefinden, Umwelt zu beschäftigen, ohne ihre Zeit und UNSER Geld im Streit um Themen, die nur eine Minderheit betreffen, zu verschwenden. Unsere Eintracht wird unsere Stärke sein! Danke!"

"Wij. Belgen van geboorte, in hart en nieren en wij, nieuwe Belgen, vragen aan de politicij om ons land en zijn Eenheid te eerbiedigen. Ons land is te leine om nogin kleinere stukken verdeeld te worden, vooral binnen het huidige Europa. Wij, Belgen uit alle Gewesten en van alle Gemeenschappen, vragen aan de politici om zich bezig te houden met de echte, en meer dringende, problemen van dit land de werkgelenheid, de veiligheid, de gezondoondheit, het welzijn, het milieu ... zonder hun tijd en ONS geld te verspillen met ruizies over zaken die alleen maar een minderheit betreffen. Onze Eendracht zal onze macht zijn! Bedankt!"

"Nous, Belges de naissance, de coeur au d'adoption, demandond que les hommes politiques respectent notre pays! Et son Uniteé. Notre pays est trop petit, a l'heure de L'Europe pour etre divisé. Nous, Belges de toutes les régions et de toutes les Communautés, demandons aux hommes politiques de s'occuper des vrais problémes telsque l'emploi, la sécurité, la santé, le bien-etre, l'envronnement ... sans gaspiller leur temps et NOTRE argent à des querelles qui ne concernent qu'une minorité. L'Union fera notre force! Merci!"

Hintergrund-Dokument der Friedrich-Ebert-Stiftung:

http://www.fes-europe.eu/_content/pdf/FES-Thema%20Krise%20Belgien.pdf

aktuelle Links und Hintergrundinformationen:

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/
Doc~EE38F4E3D372B4349BCB377B2FF034187~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_politik

http://www.oecd.org/document/30/0,3343,en_2649_201185_2345566_1_1_1_1,00.html

http://www.tagesschau.de/ausland/belgien42.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,521671,00.html

http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/862/147516/