Biogas in NiedersachsenNiedersachsen ist deutschlandweit führend in der Biogasproduktion. Obwohl in Niedersachsen nur ca. 15 % der in Deutschland zurzeit vorhandenen Biogasanlagen stehen, produzieren sie fast 38 % des Stroms aus Biogas. Dies liegt vor allem an den neuen und großen Anlagen die dort errichtet worden sind.
Die rund 600 niedersächsischen Anlagen erzeugen jährlich ca. 2 Mio. MWh Strom (Stand November 2007) Damit decken sie ca. 3,8 % des niedersächsischen Strombedarfs ab. 180 weitere Anlagen sind zurzeit in der Bau- oder Planungsphase. Das meiste Biogas wird zurzeit noch in den Regionen Emsland, Cloppenburg, Rotenburg und Soltau-Fallingbostel produziert. Diese Gebiete sind landwirtschaftlich geprägt durch die Viehhaltung. Nachdem 2004 die Einspeisevergütung für Biogasstrom aus Energiepflanzen erhöht worden ist, entstehen fast alle neuen Anlagen in den Ackerbauregionen von Niedersachsen.
Von den 2,6 Mio. Hektar landwirtschaftlich in Niedersachsen genutzte Flächen werden 8 % für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen genutzt. Den größten Anteil daran hat der Energiepflanzenanbau. Dieser teilte sich 2006 folgendermaßen auf: 62.000 ha Raps für die Biodieselproduktion sowie ca. 110.000 ha Energiemais und auf 18.000 ha Energiegetreide zur Biogas- bzw. Bioethanolproduktion.
In Niedersachsen, als Vorreiterland in der Biogasproduktion, wurde 2006 in Jameln (Landkreis Lüchow-Dannenberg) die erste Biogastankstelle Deutschlands errichtet.
(Quelle: Stand und Perspektiven der Biogasnutzung in Niedersachsen - http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C36426224_L20.pdf)
Zuckerrübenanbau für die Biogasherstellung
Die Zuckerrübe kann ein „Comeback“ bei der Herstellung von Biogas feiern. Dies liegt vor allem daran, dass die Zuckerrübe vorrangig aus Zucker besteht –Energie, die leichter zu nutzen ist, als Energie aus Stärke. Die Zuckerrübe kann innerhalb von 2 – 3 Wochen vollständig zu Biogas vergären. Dabei werden ca. 90 % des Kohlenstoffes, der in der Zuckerrübe gebunden ist, zu Biogas transferiert. Beim Mais sind es, im Vergleich dazu, nur 70%.
Ein Ausbau des Zuckerrübenanbaus zur späteren Gewinnung von Biogas sollte also unter Einbezug dieser Gesichtspunkte bewertet werden.
Onlineartikel Biogas aus Rüben bei wwww.landundforst.de vom 11.12.2007
Ergebnis des 2. Einbecker-Energiepflanzen-Kolloqiums Biogas aus Rüben Stand der Forschung November 2007
Weiterführende Informationen
- Studie über die Auswirkungen der steigenden Nachfrage auf den Energie- und Agrarrohstoffmärkten auf die landwirtschaftlichen Bodenmärkte (im Auftrag des Landes Niedersachsen).
- 3 N Kompetenzzentrum "Niedersachsen – Netzwerk – Nachwachsende Rohstoffe" in Werlte und Göttingen.
BBS 2 Gifhorn
An der BBS
2 Gifhorn ist als Modellprojekt der Ausbildungsgang „Staatlich geprüfte(r)
Technische Assistentin/Technischer Assistent für die Verarbeitung
nachwachsender Rohstoffe“ geschaffen worden. Am 5. 11. 2007 war Erika Mann an der BBS 2 in Gifhorn, wo sie mit Herrn
Peter Löffler (EACI –frühere Agentur für Intelligente Energie) sich den Ausbildungsgang vorstellen lies.
- Informationen der BBS 2
- Zum Besuch von Erika Mann an der BBS 2 in Gifhorn.
Bioenergiedorf Jühnde
Im Landkreis Göttingen liegt Jühnde, das erste Bioenergiedorf in Deutschland. Die Gemeinde Jühnde hat sich zum Ziel gesetzt, dass der komplette Energiebedarf des Ortes durch regenerative Energieträger aufgebracht wird. Nach einer mehrjährigen Vorbereitungszeit wird dieses Vorhaben seit dem Winter 2005 erfolgreich umgesetzt. Der größte Teil der Energie wird aus Biomasse von den umliegenden Äckern sowie Gülle gewonnen. Ermöglicht wurde dies durch ein Projekt des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen. Die Erkenntnisse, die in Jühnde gewonnen werden, könnten auf andere Dörfer übertragen werden.
- Webseite des Bioenergiedorfs
- Lesenswerter Artikel: Ergas vom Acker, Spiegel Online, 30 Mai 2008

