Miteinander statt gegeneinanderDie Akteure der Metropolregionen verfolgen eine Doppelstrategie: eine Wirkung nach außen und nach innen. Internationale Kontakte und weltweites Marketing alleine reichen nicht mehr aus. Das eigene Angebot muss auch perfekt auf die Weltmärkte ausgerichtet sein, die sich rasant entwickeln. Der wirtschaftliche Erfolg von Regionen hängt wie bei Unternehmen von guten Zukunftskonzepten ab. Netzwerke und Ressourcen müssen intelligenter genutzt werden.
Bisher unterlagen regionale Entwicklungen meist dem Zufall. Viele Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler pflegten zwar mit Partnern in Brüssel, Los Angeles oder Tokio intensive Kontakte, nicht aber mit vermeintlichen Konkurrenten aus Hannover oder Celle. Zukunftsvisionen scheiterten oft genug an Stadt- oder Ländergrenzen. Es herrschte eher ein Gegeneinander als ein Miteinander. Global gesehen ist dies ein großer Fehler: Die Hauptkonkurrenten der deutschen Firmen befinden sich längst nicht mehr in der Heimat, sondern in den USA, China und Indien.
Die Vorstände der Europäischen Metropolregionen haben dies erkannt und bringen nun die wichtigen lokalen Akteure zusammen. Der Erfolg ist am Ende für alle größer, wenn regionale Hochschulen und Forschungsinstitute ihre Fachbereiche in Absprache entwickeln, wenn Wissenschaftler und Unternehmer regelmäßig ihre neuesten Erkenntnisse austauschen, wenn Großunternehmen und Zulieferfirmen sich perfekt ergänzen oder wenn Bürgermeister ihre Freiflächen mit einem gemeinsamen, übergeordneten Konzept vermarkten.
Auch die Bürger sollen sich stärker mit ihrem Umfeld identifizieren und ein Wir-Gefühl bekommen. Die Botschaft an sie lautet: Die aufregenden Zukunftsschmieden befinden sich nicht nur in Indien oder Finnland, sondern auch vor der Haustür – in den Werkshallen von Airbus in Stade, auf den Forschungsfeldern der KWS Saat AG in Einbeck oder im Meer vor Borkum, wo der erste deutsche Offshore-Windpark entsteht.

