Die regionale Regierung

Lokale Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker können die Potenziale ihrer Region am besten erkennen und fördern. Sie sind gemeinsam der Kopf jeder Europäischen Metropolregion. Die Fachwelt spricht von der „regional governance“, also der „regionalen Regierung“. Für die Metropolregionen ist sie der Schlüssel zum Erfolg. Die Akteure müssen Bürokratiehürden überwinden, Finanzquellen finden, Managementfähigkeiten beweisen und nicht zuletzt ihre Visionen selbst in die Tat umsetzen und leben. Denn nur so entsteht eine lebendige Region, in der sich aus einer guten Idee weitere gute Ideen entwickeln.

Die Organisationsstruktur dieser Regional Governance variiert von Region zu Region – auch sie soll exakt zum jeweiligen Gebiet passen: Die polyzentrische Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg braucht mit vier bedeutenden Städten eine andere Struktur als die monozentrische Metropolregion Hamburg, wo die stärkste Kraft von der Hansestadt ausgeht.

Die Entscheidungsträger in den Metropolregionen arbeiten freiwillig zusammen, kein Gesetz schreibt ihr Engagement vor. Sie handeln aus eigenem Antrieb, weil die Herausforderungen der Globalisierung drängen. Die Risiken der Weltmärkte wirken sich ebenso in Niedersachsen aus, wie die Krise bei Airbus zeigt: Arbeitsplätze in Nordenham oder Varel sind auch gefährdet, weil der starke Euro die Airbus-Modelle massiv verteuert. Flugzeuge werden auf dem Weltmarkt in Dollar bezahlt, die Lieferverträge Jahre im Voraus abgeschlossen. Der US-Flugzeugbauer Boeing dagegen profitiert vom schwachen Dollar.

18. Juli 2008 11:14