Metropolregion HamburgDie Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein arbeiten seit 1991 regionalpolitisch zusammen, um die Region Hamburg zu stärken. Mit der Kooperation sollte eine langfristige Wachstumsgrundlage geschaffen werden. Zunächst erarbeiteten die Partner ein länderübergreifendes Regionales Entwicklungskonzept (REK), aus dem schließlich die Metropolregion Hamburg entstand.
Sie umfasst die Freie und Hansestadt Hamburg, die niedersächsischen Landkreise Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg, Soltau-Fallingbostel, Stade und Uelzen sowie die schleswig-holsteinischen Kreise Herzogtum Lauenburg, Segeberg, Steinburg, Stormarn, Pinneberg und Dithmarschen. Insgesamt leben in der Metropolregion Hamburg damit etwa 4,266 Millionen Einwohner.
Die Metropolregion Hamburg verfolgt als Reaktion auf Globalisierungsprozesse seit 2005 eine Strategie zur Internationalisierung. Dabei setzt die Region vor allem auf die Kompetenzcluster Hafenwirtschaft, Internationaler Handel und Logistik, IT und Medien, zivile Luftfahrt, Tourismus, Life Science, Nanotechnologie und Chemische Industrie.
Tor zur Welt
Die Metropolregion Hamburg ist Schnittpunkt wichtiger transeuropäischer Verkehrsachsen. Diese verbinden nicht nur Skandinavien mit West- und Südeuropa, sondern „rücken“ Hamburg und Niedersachsen auch näher an die Öresundregion, an Ost- und Mitteleuropa heran. Damit ist die Metropolregion Hamburg ein zentraler Knotenpunkt der Wirtschafts- und Kooperationsräume rund um Nord- und Ostsee.
Ein starker Norden
Die enge Vernetzung der Regionen im Norddeutschen Raum ist vorbildlich, wie das Modellprojekt „Großräumige Partnerschaft Norddeutschland – Metropolregion Hamburg“ zeigt, das den Bundeswettbewerb MORO zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit gewann. Die Gewinner – Regionen aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – erarbeiten nun gemeinsame Strategien für die wirtschaftliche Entwicklung des Norddeutschen Raums.
Die Metropolregion Hamburg steht dabei im Zentrum. Elf Teilprojekte sind angedacht, darunter die Hochschulkooperation „Campus Nord“, der Entwicklungskorridor Fehmarn-Querung und eine überregionale Logistikplattform.
Regionale Konzepte gegen den Klimawandel
Metropolen verursachen weltweit den größten Kohlendioxyd-Ausstoß, Tendenz steigend.
Vor allem diese Gebiete benötigen umfassende Handlungsstrategien, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.
In Europa tauschen bereits 50 Ballungsräume ihre „best practice“ Beispiele unter Federführung der Hansestadt Hamburg miteinander aus. Sie erkennen dabei auch die Vorteile des kürzlich in Großbritannien entwickelten GRIP-Moduls (Greenhouse Gas Regional Inventory Project), ein Computerprogramm, das auf Regionen und Städte zugeschnittene Szenarien erstellt. Auch das neue EU-Projekt EUCO2 80/50 fördert den Wissensaustausch in Sachen Klimawandel auf regionaler Ebene.
Die Zusammenarbeit an Zukunftskonzepten gegen den Klimawandel reichen bis in die USA, wo sich auf regionaler Ebene ebenso viel tut: Dutzende von Bundesstaaten und Hunderte von Städten und Regionen sind in das Vakuum der US-weiten Klimapolitik gestoßen und haben Programme zum Klimaschutz aufgelegt. Inzwischen gibt es auch drei Initiativen für regionale Emissionshandelssysteme mit absoluten Klimazielen: die „Regional Greenhouse Gas Initiative“ (RGGI) an der Ostküste, die „Western Climate Initiative“ (WCI) an der Westküste und der „Midwestern Regional Greenhouse Gas Reduction Accord“. Die Initiativen befinden sich noch im Aufbau.
Europäische und US-amerikanische Regionen trafen sich im April erstmals in Washington zum Wissensaustausch in Sachen Klimawandel. Dabei unterschrieben die Vertreter der Metropolregionen eine Kooperationserklärung. Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt.
Luftfahrtzentrum „Neues Fliegen“ entsteht
Die Metropolregion Hamburg ist nach Seattle und Toulouse der drittgrößte Luftfahrtstandort weltweit. Hierfür sorgen nicht nur die beiden Weltkonzerne Airbus und Lufthansa Technik, sondern auch mehr als 300 kleinen und mittelständischen Luftfahrtzulieferern in der Region. Hinzu kommt ein dichtes Netz an Hochschulen, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.
Große Chancen für die Zukunft verspricht auch das Luftfahrtcluster in der Metropolregion, das neben elf weiteren Clustern an Endrunde des bundesweiten Spitzencluster-Wettbewerbs teilnimmt. Ein Ziel: Der Aufbau des neuen Kompetenzzentrums „Neues Fliegen“. Wissenschaftler sollen dort zukünftig Produkte, Prozesse und Lösungen entwickeln, die das Fliegen nachhaltig ökonomischer, ökologischer und sicherer machen.
Das norddeutsche Luftfahrtcluster kann sich bereits mit mehr als 80 einzelne Projekte sehen lassen. Das Gesamtvolumen beträgt rund 450 Millionen Euro, wovon über 50 Prozent von der Wirtschaft getragen werden. Allein in der Metropolregion Hamburg haben rund 300 KMUs der Luftfahrtindustrie sowie Hochschulen Projekte im Wert von rund 58 Millionen Euro eingereicht.
Logistikinitiative in Hamburg
Die Hamburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung will Hamburg als führende Logistikmetropole Nordeuropas ausbauen. Ziel ist ein umfangreicher Innovationstransfer, Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in dieser zukunftsstarken Branche.
Der Hamburger Hafen produziert seit Jahren zweistellige Zuwachsraten. Prognosen besagen, dass sich der Umschlag alle sieben Jahren verdoppeln könnte. In Hamburg fließen die weltweiten Logistikströme zusammen. Die Metropolregion Hamburg verbindet so die Produktionsstätten in Asien mit Ost- und Südeuropa miteinander.
Hamburg ist nach Rotterdam der zweigrößte Hafen Europas.

