Der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden

Zurzeit laufen mehrere Beschwerden bei der Europäischen Kommission in Brüssel, die von einer Bürgerinitiative aus Hannoversch Münden eingereicht worden sind. Auch wenn der Flughafenausbau auf hessischem Boden erfolgen soll, so wird doch die gesamte umliegende Region (unter anderen der Süden Niedersachsens) dadurch beeinflußt.

Aus diesem Grund unterstützt Erika Mann die Bürgerinitiative auf EU-Ebene und hat dies auch durch eine entsprechende Anfrage an die Kommission unterstützt, die Antwort muss im September eingehen.

Die Hauptprobleme bei der Erweiterung des bestehenden Flughafens sind im Wesentlichen die folgenden:

  1. In der Region gibt es bereits mehrere Flughäfen (Frankfurt, Frankfurt/Hahn und Paderborn). Die Erschließung neuer Flughäfen für den Tourismus ergibt wenig Sinn. Die in der Region vorhandene Infrastruktur ist ausreichend, wahrscheinlich wird nur ein Verdrängungswettbewerb zwischen den bestehenden Flughäfen einsetzen.
  2. Die Erschließung des angrenzenden Wirtschaftsgebietes wird zum Teil aus EU-Geldern finanziert. Öffentliche Gelder werden jedoch nicht sinnvoll und nachhaltig eingesetzt. Es ist zu bezweifeln, dass ein weiterer Flughafen im ohnehin dichten deutschen Flughafennetz erfolgreich sein kann. Zwar ist verständlich, dass das strukturschwache Hessen neue Impulse erhalten soll, allerdings scheint es fraglich, ob der erwünschte Effekt tatsächlich eintreten wird. Der Erfolg des Wirtschaftsgebietes hängt fast zu 100% vom Erfolg des Flughafens ab.
  3. Der Verdrängungswettbewerb zwischen den Flughäfen hat auch wettbewerbsrechtliche Konsequenzen. Diese Flughäfen werden nicht nur aus öffentlichen Geldern finanziert, sondern i.d.R. erhalten diejenigen Fluglinien, die extrem preisgünstige Flüge anbieten, zudem bevorzugte Konditionen. Hinzu kommt, dass Fraport AG als Dienstleister in Kassel-Calden operieren soll (zusätzlich zu Frankfurt und Frankfurt-Hahn).
  4. Umwelt und Natur werden voraussichtlich negativ durch diese Initiative beeinflusst.

Die Planungsunterlagen für den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden lagen bis zum 3. September öffentlich aus, sind aber weiterhin im Internet einzusehen. Ab dem 4. September können an einen Monat lang Rechtsmittel gegen den Beschluss eingelegt werden.

Am 15. August 2007 wurde im ZDF-Morgenmagazin ein Bericht über das Dilemma kleiner Flughäfen ausgestrahlt. Darin wurden ebenfalls oben genannte Aspekte erwähnt.

Wir werden Sie an dieser Stelle weiter über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Zur website der Bürgerinitiative Hannoversch-Münden:

http://www.hannoversch-muenden.de

Bericht im ZDF-Morgenmagazin vom 15. August 2007:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/12/0,4070,5589708-0,00.html

Die Planungsunterlagen finden Sie im Internet unter:

http://www.rp-kassel.de/irj/servlet/prt/portal/prtroot/slimp.CMReader/HMdI_15/RPKS_Internet/med/a23/a2310674-f38f-6411-1010-4397ccf4e69f,22222222-2222-2222-2222-222222222222,true.pdf

13. September 2007 16:38