Seite druckenSeit mehreren Monaten wird in Niedersachsen über den Bau neuer Hochspannungsleitungen gestritten. Eine der so genannten KV-380 Leitungen soll quer durch Niedersachsen von Wahle in das hessische Mecklar verlaufen um unter anderem Strom aus Off-shore Anlagen in der Nordsee und aus einem neuen Kohlekraftwerk in die Gebiete zu transportieren, in denen der Strom verbraucht wird. Zahlreiche Bürgerinitiativen haben sich formiert, um den Bau der Leitung zu verhindern.
Foto: Cedric Kastner / aboutpixel.de
Die niedersächsische Europaabgeordnete Erika Mann hat am 12. Juli bei der Europäischen Kommission eine schriftliche Anfrage gestellt, in der sie um Stellungnahme der Kommission zum Neubau von Hochspannungsleitungen bittet.
Der EU-Kommissar Andris Piebalgs, zuständig für Energie, ließ Erika Mann am 25. September seine Antwort zukommen, die eine Reihe interessanter Aspekte enthält.
Besonders für die Diskussion in Niedersachsen ist der Hinweis auf ein von der Kommission ko-finanziertes Projekt "GIL-TEN for Wind & Trade" hervorzuheben, das eine Machbarkeitsstudie für ein Nordsee-Netz beinhaltet, bei welchem Gasisolierte Leitungen (GIL) genutzt werden sollen. Dieses Nordsee-Netz soll durch die GIL-Technologie europäische Off-shore-Windenergieprojekte anbinden und den Stromhandel erleichtern.
Darüber hinaus verweist die Kommission auf eine von ihr geförderte Studie, in dem der Einsatz gasisolierter Leitungssysteme für eine Stromverbindung durch den "Brenner-Basis-Bahntunnel" empfohlen wird.
Eine von der Kommission angesprochene Studie der Deutschen Energieagentur (DENA) kam offensichtlich zu dem Ergebnis, dass die geplanten Hochspannungsleitungen in Niedersachsen notwendig sind. Die Kommission gibt in ihrer Antwort zu verstehen, dass sie selber "Alternativen zu den Überlandleitungen gegenüber aufgeschlossen" ist.
Zusätzlich weist Piebalgs darauf hin, dass beim Bau bestimmter Übertragungsleitungen durchaus Schwierigkeiten auftreten können, weshalb die Kommission Anfang September vier Koordinatoren für bestimmte Stromverbindungen benannt hat. Darunter auch für das Nordostsee-Gebiet (Dänemark-Polen-Deutschland).
Der frühere Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Georg Wilhelm Adamowitsch wird in diesem Gebiet die Vollendung der Offshore-Windkraftanlagen überwachen. Die Koordinatoren sollen mit den betreffenden Akteuren verschiedene technische Lösungen erörtern.
Zur Schriftlichen Anfrage von Erika Mann:
Zur schriftlichen Antwort der EU-Kommission:
http://www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=E-2007-3792&language=DE
In ganz Niedersachsen haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen formiert, um dem geplanten Netzausbau in Form von Hochspannungsleitungen entgegenzuwirken:
http://www.vorsicht-hochspannung.com/
Die niedersächsische Landesregierung hat unter der
Adresse eine Informationsseite über den geplanten Netzausbaus eingerichtet.
Dort können Sie weitere Informationen zum Thema finden.
http://www.Netzausbau-Niedersachsen.de/