Einbeck
Einbeck ist eine vom Mittelalter geprägte Stadt. Ihre Anfänge
reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück, als sich um einen
kirchlichen Gründungskern eine bürgerliche Ansiedlung zu bilden
begann. Auf dem alten, schon im 13. Jahrhundert weitgehend
vollendeten und gleichzeitig von einer Befestigung umschlossenen
Grundriß wuchs dann sein historisches Erscheinungsbild mit den
Kirchen und Bürgerhäusern heran. Durch die Söhne Heinrichs des
Löwen erhielt Einbeck um 1240 Stadtrechte.
1521, als Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms seine Lehre
verteidigte, wobei er sich an einer Kanne Einbecker Bieres, die
ihm Herzog Erich von Braunschweig gereicht hatte, erquickte,
gehörte Einbeck mit seinen etwa 6000 Einwohnern zu den größten
Städten Niedersachsens; Göttingen war ungefähr ebenso groß,
Hannover um etwa 1000 Einwohner kleiner.
Der durch das Braugewerbe in die Stadt gekommene Reichtum bildete
die Voraussetzung für die von den Bürgern erstellten prachtvollen
Fachwerkhäuser und die großen Gemeinschaftsbauten sakraler und
profaner Art. Bekannt wurde Einbeck im ausgehenden 19.
Jahrhundert durch das von August Stukenbrok gegründete erste
Versandhaus in Deutschland.
Das Rathaus mit seinen drei Türmen ist das bekannteste
Wahrzeichen von Einbeck. Es dokumentiert mit seiner
eindrucksvollen Fassadengestaltung Macht und Reichtum der
Bürgerschaft in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Der Till-Eulenspiegel-Brunnen (1941) zeigt den Schalknarr auf dem
hohen Postament als Brauknecht. Blick und Geste richten sich auf
das Rathaus. An den Außenseiten des Brunnens findet man Figuren
und Texte zu Eulenspiegeleien wie z.B.: "Tät anderer Leute Gesind
nur halb, was man es hieße, sie wären alleweil zufrieden," sprach
Eulenspiegel zum scheltenden Braumeister, als Eulenspiegel in
Einbeck des Meisters Hund, Hopf geheißen, statt des Hopfens in
den Braukessel warf.
Einbeck hat sich seine altehrwürdige Tradition bewahrt: Bis zum
30 jährigen Krieg wurde das Bier in rund 700 Bürgerhäusern
gebraut. Durch die großen, meistens reich geschmückten
Toreinfahrten - heute z.T. verbaut - wurde die städtische
Braupfanne in die Braudiele geschafft. Unter den mit
Sandsteinplatten gedeckten Dächern mit den Lüftungsgauben waren
das Getreide und der Hopfen gespeichert, dort trocknete auch das
Malz. In den kühlen Kellergewölben schließlich lagerten die
Fässer. Seit Ende des 14. Jahrhunderts ist eine bedeutende
Bierausfuhr vor allem in den norddeutschen Raum belegt. Im 15.
Jahrhundert wurde das Einbecker Bier durch die Hanse im
Ostseeraum verbreitet.
Der kurfürstlich bayerische Hof in München bezog im 16.
Jahrhundert "Einpöcksches Bier"; hieraus wurde später die
Bezeichnung "Bockbier" abgeleitet. Bier brauen und einen klaren
Kopf bewahren hat in Einbeck seit über 600 Jahren Tradition. Gar
nicht so selbstverständlich, da doch der durchschnittliche
Pro-Kopf-Verbrauch im Spätmittelalter bei rund einem Liter Bier
täglich. Der Gerstensaft war Grundnahrungsmittel und fester
Bestandteil des Speiseplans.
Heute befindet sich in Einbeck eine vielseitige Industrie. Einbeck gehört als selbständige Stadt zum Landkreis Northeim.
Stadt Einbeck im Internet
http://www.einbeck-online.de
Einbecker Morgenpost
www.einbecker-morgenpost.de
SPD Ortsverein in Einbeck
http://www.spd-einbeck.de/

