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EU plant neue Richtlinien für Tierforschung

19.04.2008

Informationsbesuch im Primatenzentrum / SPD-Abgeordnete Mann gegen Einschränkungen

Über die Forschung mit Tieren im Deutschen Primatenzentrum hat sich Erika Mann informiert. Die SPD-Abgeordnete des Europäischen Parlaments setzt sich dafür ein, dass die Primatenforschung in Europa nicht eingeschränkt wird.

Von Angela Brünjes

Neue Richtlinien für den Umgang mit Tieren in der Forschung werden in diesem Jahr von der Europäischen Kommission erwartet. Die Aktualisierung betrifft auch die Primatenforschung. Wissenschaftliche Versuche mit Primaten in Europa will eine Initiative von Parlamentariern künftig abschaffen.

„Wenn diese Forschung in Europa verboten wird, führt das zur Auslagerung in andere Räume“, sagt Erika Mann und meint damit das außereuropäische Ausland. Der hohen moralischen Empörung über der Primatenforschung stellt Mann den Nutzen der Tierversuche gegenüber. Und diese sollten auch für die Grundlagenforschung möglich bleiben, fordert die Politikerin. Derzeit gibt es Bestrebungen, die Primatenversuche nur für „lebensbedrohliche Krankheiten“, somit nur für angewandte Forschung zu genehmigen.

Versuche mit Primaten wie Rhesusaffen dürfen schon jetzt nur nach Genehmigung und unter strengen Auflagen erfolgen. Für Erkenntnisse in der Infektionsforschung sind die Untersuchungen an Primaten durch nichts zu ersetzen, erklärte Prof. Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primatenzentrums (DPZ).

Offen für Ersatzmethoden

Eine neue EU-Direktive sei sinnvoll und weitestgehend richtig vor dem Hintergrund von Änderungen und Erkenntnissen. Er warnte aber vor „emotionalen Argumenten“ gegen die Primatenforschung und forderte die wissenschaftliche Argumentation. Am DPZ sei man für Ersatzmethoden offen, „aber es muss sie auch geben“, betonte Treue.

Prof. Franz-Josef Kaup, Leiter der Infektionspathologie und Primatenhaltung, und Treue erklärten bei einem Rundgang durch Abteilungen und Tierhäuser die Arbeitsweise und Aufgabe des DPZ. Es gehört zu den beiden größten Einrichtungen dieser Art in Europa. Die wissenschaftliche Arbeit ist auf drei Sektionen mit biologischer und biomedizinischer Forschung mit und über Primaten verteilt.

Derzeit werden um die 1200 Tiere in Kolonien gehalten. Rhesusaffen und Weißbüschelaffen bilden den Großteil. Um die akademische Forschung von Tierimporten unabhängig zu machen, sind größere Kolonien erforderlich. Bauanträge für weitere Tierhäuser auf dem Weender DPZ-Gelände sind gestellt.

Göttinger Tageblatt vom 19. April 2008, Seite 32

29. April 2008 14:22

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7. Oktober 2008 03:57
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