Mit Rollis und Blindenstöcken im EU-Parlament12.03.2008
Berlin
(kobinet) So viele Rollis und Menschen mit verschiedenen Behinderungen waren
noch nie hier. Dies wurde dem Landesbeauftragten Karl Finke jetzt in Straßburg
irritiert entgegnet. Mehr als ein Rollstuhlfahrer ist keine Rudelbildung,
sondern unser Anspruch an Mobilität, äußerte Peter Wortmann von der
Koordinierungsrunde der hannoverschen Verkehrsbetriebe und selbst
Rollstuhlfahrer mit Bezug auf die von behinderten Menschen in Deutschland
kritisierte EU-Rahmenrichtlinie, wonach nur ein Rollstuhlfahrer je Bus
transportiert werden muss, so Karl Finke heute in einer Pressemitteilung.
Auf
Einladung der Europaabgeordneten Erika Mann testeten vom 9. bis zum 11. März in
Kooperation mit der VHS Hannover und dem Landesbeauftragten für Menschen mit
Behinderungen Mitglieder aus Behinderten- und Selbsthilfegruppen in
Niedersachsen, so der Integ-Jugend des Sozialverbandes Deutschland, des
Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter und des
"Fünf-Uhr-Clubs" der VHS Hannover die barrierefreien Standards im
Europäischen Parlament und deren Einfluss auf europaweite Standards.
Durch
Europäische Rahmenrichtlinien ist fortschrittliche Behindertenpolitik in
Deutschland wesentlich beschleunigt worden. So ist auch das Allgemeine
Gleichbehandlungsgesetz in Deutschland Ergebnis einer Vorgabe aus Brüssel, so
Erika Mann im Gespräch. Der eigenen Vorbildfunktion wird das Europäische
Parlament nur begrenzt gerecht, da es nur teilweise barrierefrei ist. Dies
bestätigte der Europaabgeordnete Brian Crowley, der selber im Rollstuhl sitzt.
Neu für
behinderte Menschen ist, dass künftig der Parkausweis europaweit Gültigkeit
hat.
Unser
politisches Ziel bleibt es, einen einheitlichen Behindertenausweis für Europa
zu erhalten. Damit behinderte Menschen wechselseitig z.B. aus Deutschland z.B.
in Frankreich die Nachteilsausgleiche nutzen können, so Ulrike Ernst von der
VHS Hannover. Hier bot Erika Mann ausdrücklich ihre Unterstützung an.
Nicht nur
die neuen Bundesländer und die neuen Mitgliedsländer verfügen über
"bevorzugte" Förderregionen, sondern auch der ehemalige
Regierungsbezirk Lüneburg ist Ziel-1 Fördergebiet der EU, wie in dem Gespräch
mit weitern EU-Parlamentariern deutlich wurde. Daraus ergeben sich große
Handlungsmöglichkeiten, die intelligent genutzt werden müssen, so Karl Finke. sch
Quelle: http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,17562/ticket,g_a_s_t

