Seite drucken01.10.2007
Feier im buddhistischen Zentrum Bad Antogast bei Oppenau zum
Tag der Gewaltlosigkeit
Die Feier anlässlich des internationalen Tages der Gewaltlosigkeit
der UN wurde in der Akademie Bad Antogast würdevoll und mit vielen Gästen
abgehalten. Der Verein Art of Living hatte viele Gäste
eingeladen.
01.10.2007 - Oppenau. Die Akademie Bad Antogast bei Oppenau
verwandelte sich in eine Begegnungsstätte für Menschen
vieler Nationen, Konfessionen und Gesellschaftsschichten. Sie alle waren an
diesen romantisch gelegenen und stillen Ort gekommen, um an der Feier anlässlich
des Internationalen Tages der Gewaltlosigkeit der Vereinten Nationen
teilzunehmen.
Vor dem Zimmer, in dem sich Sri Sri Ravi Shankar befand, verweilten viele
Menschen, um ihm ihre Aufwartung machen zu können, um einige Worte mit ihm
wechseln oder einfach ein Lächeln von ihm zu erhaschen.
Großes
Gefolge
Endlich öffnete
sich die Tür und Seine Heiligkeit begrüßte mit
strahlendem Lächeln die Menschen. In großem Gefolge
ging der Weg nach draußen. An Sri Sri Ravi Shankars Seite befanden sich
unter anderem der indische Generalkonsul H. E. Shri Ajit Kumar, Swami Agnivesh,
diesjähriger
Träger
des alternativen Nobelpreises, und Erika Mann, Mitglied des Europäischen
Parlamentes.
Mit feierlichen Ansprachen wurde des Wirkens des großen
Friedenstifters Mahatma Gandhi gedacht. Als Vertreter der Stadt Oppenau hieß
Roland Rosenberger die Ehrengäste willkommen: »Als
Stadt sind wir stolz darauf, dass sich die Akademie Bad Antogast in Oppenau
niedergelassen hat, denn wir sehen darin eine Begegnungsstätte,
wo Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe und Konfession harmonisch
aufeinander zugehen.« Auch der indische Generalkonsul H. E. Shri Ajit
Kumar sprach den Mitgliedern der Akademie, die zur Vereinigung Art of Livinggehört,
seinen Dank aus. Der Generalkonsul ging auf das Wirken Gandhis ein, dessen
Einfluss die ganze Welt berührt habe. Als Historiker könne
er sagen, dass Gandhi die Friedensbewegung ins Leben gerufen habe. An die Völker
gerichtet forderte H. E. Shri Ajit Kumar: »Wir brauchen ein neues
Paradigma, um die Gier der Menschen zu zügeln.«
Sie habe Sri Sri Ravi Shankar durch einen guten Freund kennengelernt,
berichtete Erika Mann, Mitglied des Europäischen Parlaments. Aus
beruflichen Gründen sei es ihr nicht möglich
gewesen, Sri Sri Ravi Shankar in den Kosovo zu begleiten, wo er zu
Friedensgesprächen war. Eines versprach sie Shankar aber: »Ich
werde dich und deine Arbeit immer unterstützen.«
Der evangelische Pfarrer der Pfarrgemeinde Oppenau/Bad Peterstal-Griesbach,
Kornelius Wieland-Gölz, stellte hinsichtlich der »Decade
to Overcome Violence«, die vom Weltkonzil der Kirchen initiiert wurde,
die Frage in den Raum: »Zehn Jahre, eine Dekade, um die Gewalt zu überwinden,
ist diese Vision nicht zu groß?«. Dabei
ging er auf die vielen Bemühungen ein, die Christen auf
sich nähmen,
um diese Vision in die Tat umzusetzen.
Ungewöhnliche
Rede
Eine ungewöhnliche Rede hielt Swami Agnivesh vor den gebannt
lauschenden Besuchern. Er habe Gandhi eigentlich gehasst. Erst der Aufenthalt
im Gefängnis,
in dem er aus politischen Gründen war, habe ihn eines
Besseren gelehrt. Dort habe er die Möglichkeit gehabt, Bücher
von und über
den großen
Mann des Friedens zu lesen.
So habe er auch erfahren, dass Mahatma Gandhi Toiletten geputzt habe. Wenn
Gandhi das gekonnt habe, könne er dies sicher auch, habe
er sich gesagt. Vom Kastenprinzip aus schien dies ein unmögliches
Ansinnen. Durch diese schlichte Arbeit aber habe er sich über
Normen hinweggesetzt und sich innerlich von allem Schmutz befreien können,
erklärte
Swami Angivesh. An Sri Sri Ravi Shankar gerichtet zeigte sich der Swami überzeugt,
dass dieser die Friedensbotschaft Gandhis weiterführe.
Bevor Seine Heiligkeit das Bild Mahatma Gandhis enthüllte, erzählte
er eine Begebenheit. Während einer Zugreise, drohte die Lok zu entgleisen.
Während
alle Reisenden entsetzt aufschrieen und sich nach hinten stürzten,
habe Gandhi seinem Sekretär etwas diktieren wollen. Auf dessen Frage, wie er
jetzt an so etwas denken könne, habe Ghandi gesagt: »Jeder
Augenblick könnte dein letzter sein. Lenke dein Leben jetzt in
eine andere Richtung.«