EU setzt auf Amerikas Wandel durch HandelHAZ vom 07.11.2008, Seite 3
von Christian Holzgreve
"Die sozialdemokratische Handelsexpertin im Europaparlament, Erika Mann, stellt zwar fest: „Die US-Demokraten sind sehr französisch.“ In dem Sinne, dass sie wie die Franzosen ihre Schlüsseltechnologien schützen. Aber eben nicht in einer Weise, die den Freihandel außer Kraft setzt und die transatlantischen Beziehungen über Gebühr belastet. So ist der US-Flugzeughersteller Boeing den Demokraten so heilig wie den Franzosen das europäische Pendant EADS. (...) Eine große Chance liegt nach Einschätzung der Europapolitikerin Mann in der Verbindung der Wirtschaftspolitik mit klimapolitischen Standards. „Es geht darum, das Kyoto-Protokoll mit der Handelspolitik zu verknüpfen. Wir werden nach einem Weg suchen, der WTO-konform ist und der bei der Kyoto-Nachfolgekonferenz in Kopenhagen im nächsten Jahr vereinbart werden kann.“ (...) Die Sozialdemokratin empfiehlt einen Klimaschutz mit Augenmaß, der technologische Ambitionen mit industrieller Entwicklung und der Sicherung von Arbeitsplätzen verbindet. (...) Besser sei es, die Schwellenländer zum Mitmachen zu bewegen, auch wenn man „notfalls mit Strafmaßnahmen“ agieren müsse. „Ich glaube nicht an einen neuen Protektionismus der USA“, sagt Mann. „Eher geht es um einen fairen Handel und darum, ökologischer zu wirtschaften.“"

