Erika Mann: "Ist Obama ein Atlantiker?"
25. Juli 2008 09:02

Am Donnerstag, dem 24. Juli 2008 hat der U.S.-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, in Berlin eine öffentliche Rede gehalten.

Die niedersächsische SPD-Europaabgeordnete und Transatlantikexpertin Erika Mann kommentierte die Rede Obama's: "Bisher hat sich Barack Obama wenig in Bezug auf die Weiterentwicklung der transatlantischen Beziehungen geäußert. Ich hätte daher erwartet, dass er in seine Rede mehr Substanzielles hierzu sagt und etwas Licht ins Dunkel bringt. Für mein Gefühl ist ein klarer politischer Kurs nicht erkennbar ist."

Eine echte Position zur Handelspolitik habe Obama ebenfalls nicht preisgegeben sondern sich verhalten gezeigt. "Freien und fairen Handel zu fordern ist eine selbstverständliche Forderung. Aus ihr lässt sich jedoch keine konkrete politische Position erkennen. Während außerdem gleichzeitig in Genf hart darüber verhandelt wird, was "freier und fairer" Handel bedeutet und hier Vieles von der amerikanischen Politik abhängt, ist ein Ausblenden dieser Verhandlungen sehr merkwürdig", betont Erika Mann.

Andererseits müsse man fair sein und anerkennen, dass er mit Berlin einen mit hoher Symbolkraft gewählt habe. Diese Symbolik sollte nicht unterschätzt werden. Dies habe einen hohen Stellenwert für seinen Wahlkampf auch wenn er insgesamt in seiner Rede betont nicht als Wahlkämpfer aufgetreten sei, so Erika Mann. Die Abgeordnete sieht in dieser Symbolik auch die Bekräftigung des Bildes von Obama als "farbigem Kennedy".

Auch die Begeisterung vor allem der jungen Leute hätte gezeigt, dass die Erwartungen auch an die politischen Beziehungen groß seien. Wenn Obama als Präsident wieder eine stärkere politische Dimension in die Beziehungen bringen könnte, wäre dies ein guter Erfolg, so Erika Mann.

Erika Mann selber wird noch Ende Juli zu Gesprächen nach Washington reisen und sich unter anderem auch mit Beratern Obama's treffen. Als Vorsitzende des "Transatlantic Policy Network (TPN)" wird Erika Mann in diesen Gesprächen besonders die transatlantischen Beziehungen thematisieren.

Für ein Gespräch und weitere Informationen steht Ihnen Erika Mann gerne zur Verfügung. Wenden Sie sich bitte an das Büro in Brüssel: Eva-Maria Kirschsieper, Tel.: +32 (0)2 - 284 51 91, Email: erika.mann@europarl.europa.eu.