"Industrieausschuss hat klares Signal für günstiges Telefonieren im Ausland gesetzt"
12. April 2007 18:23

Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments hat sich heute für eine starke Senkung der Roamingtarife ausgesprochen.

Die EU-Abgeordneten stimmten für eine Obergrenze von 40 Cent bei abgehenden und für 15 Cent bei ankommenden Gesprächen im Ausland. Der Ausschuss entschied sich zudem mehrheitlich für das so genannte "opt-in" Modell, nach dem alle Handynutzer automatisch dem Eurotarif zugeordnet werden und dadurch von den günstigen Preisen profitieren. Wer sich für einen anderen Tarif entscheidet, muss dies dann dem Anbieter mitteilen.
Die Verordnung soll zunächst für drei Jahre gelten, nach denen überprüft werden soll, wie der Markt reagiert und ob die Verordnung gegebenenfalls abgeändert werden sollte. Damit hatte sich ERIKA MANN mit ihrem Vorschlag durchgesetzt.

Zu der Abstimmung erklärte die SPD-Europaabgeordnete ERIKA MANN: "Wenn sich das Abstimmungsergebnis des Industrieausschusses auch in den nun folgenden Verhandlungen durchsetzt, wird jeder EU-Bürger die Möglichkeit haben, deutlich kostengünstiger als bisher im europäischen Ausland zu telefonieren. Wir brauchen diese Verordnung, da eine Selbstregulierung der Anbieter nicht besonders erfolgreich war."

Allerdings warnt ERIKA MANN davor, die Flexibilität der Preise zu sehr einzuschränken: "Vor allem für kleinere Anbieter könnte es "eng werden", im Wettbewerb zu bestehen."
Daher müsse, so ERIKA MANN, mit der Roaming-Verordnung auch weitere Ziele verbunden sein: "Wir müssen  einen lebhaften Wettbewerb unterhalb des Eurotarifs weiterhin ermöglichen und dafür sorgen, daß die Arbeitsplätze der Telekommunikationsunternehmen auch bleiben, sonst haben wir nichts gewonnen."

Darüber hinaus müsse auch garantiert werden, dass die Preise im Inland nicht auf Kosten von günstigen europäischen Auslandstarifen erhöht werden: "Dann ginge das wieder auf Kosten der Verbraucher und das gleiche Theater fängt von vorne an."

Die Verordnung greift voraussichtlich frühestens ab Herbst, sofern sich das EU-Parlament mit dem Rat und der EU-Kommission einigt.

Hier finden Sie eine Meldung von tagesschau.de und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Abstimmung im EP.