Rasanter CO2-Anstieg in China

China emittiert die meisten Treibhausgase weltweit. Das Land überholte den bisherigen Spitzenreiter USA im Jahr 2006 (laut Bericht "Global Budget 2007" des Global Carbon Projects). Hintergrund ist das gewaltige Wirtschaftswachstum und der Bauboom in China.

Beunruhigend sind vor allem die langfristigen Aussichten: Die Emissionen Chinas könnten 2030 doppelt so schnell wachsen wie die gesamten Emissionen aller OECD-Länder, warnen Wissenschaftler.

Bisher liegt der Pro-Kopf-Ausstoß an Emissionen in China noch deutlich niedriger als in den Industriestaaten: 2005 waren es 5,8 Tonnen. In den USA lag dieser Wert viermal höher, in Europa war er rund doppelt so hoch.

China ist zwar Unterzeichner des Kyoto-Protokolls, mit dem Status „Entwicklungsland“ aber an keine Emissionsziele gebunden. Um die eigenen Emissionen zukünftig zu senken, verlangt China von den Industriestaaten finanzielle Hilfen und Technologietransfer.

China verfügt über reichlich energieintensive Industrie. Die Zahl der Produktionsanlagen für Zement und Stahl beispielsweise ist aufgrund des Baubooms im Land in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Große Mengen CO2-Emissionen entstehen bei der Produktion von Gütern und Dünger für die Weltmärkte.

Der Kohleverbrauch nahm massiv zu: China deckt rund 70 Prozent seines Energiebedarfs durch Kohlefeuerung. Die Zahl der Kohlekraftwerke nimmt stetig zu.

Nach Daten des Ölkonzerns BP lag der CO2-Ausstoß Chinas im Jahr 2007 bei rund 1,8 Milliarden Tonnen.

Autoren chinesischer Regierungsstellen warnten 2007 in einer Studie vor den Folgen des Klimawandels. Sie prophezeien darin einen dramatischen Rückgang der chinesischen Reisproduktion: um bis zu 37 Prozent in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts.

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Zukünftig will China stärker auf Windkraft setzen. Seit vier Jahren verdoppeln sich die Kapazitäten jährlich, wobei die derzeitige Leistung bei zwölf Gigawatt liegt (20 Gigawatt sollen es 2010 sein). 2008 wurden weltweit rund 121 Gigawatt mit Windkraft erzeugt.

Revolutionär könnte der Ausbau der Solarenergie in China werden: Ende März 2009 kündigte die Regierung an, den Bau von Solaranlagen zukünftig kräftig zu fördern. Anders als in Europa sollen Interessenten nur die Installationskosten von Solaranlagen tragen und nicht deren Produktionskosten.

Falls dieses Programm ab 2010 umgesetzt wird, rechnen Experten mit einem weltweiten Boom in der Solarbranche.

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28. April 2009 14:52