Richtlinie über erneuerbare EnergienRichtlinie über erneuerbare Energien
Vertreter des Parlaments und der französischen Ratspräsidentschaft einigten sich nach zahlreichen Verhandlungsrunden auf einen Kompromiss zur neuen Richtlinie über erneuerbare Energien. Das Parlament stimmte diesem Kompromiss zu.
Das „20-20-20-Ziel“ der Europäischen Union legt fest, dass bis 2020 der Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent steigt (bei der Stromerzeugung, beim Heizen und Kühlen von Gebäuden, im Verkehr). Hierfür muss Deutschland einen Anteil von 18 Prozent leisten, Österreich seinen Anteil auf 34 Prozent steigern.
Die neue Richtlinie rückt die erneuerbaren Energien ins Zentrum der EU-Energiepolitik.
Mindestens 10 Prozent aller Kraftstoffe, die auf Europas Straßen verfahren werden, müssen bis 2020 aus erneuerbaren Energien gewonnen werden (Biokraftstoffe der ersten und zweiten Generation, Wasserstoff, aus erneuerbaren Quellen erzeugter Strom). Hierbei werden Biokraftstoffe aus zweiter Generation (aus Holzresten, Abfall oder Algen gewonnen) doppelt angerechnet (keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung).
Biokraftstoffe sollen nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt werden. Die neue EU-Richtlinie legt diese Kriterien verbindlich fest, auch für die Produktion in Drittländern. Gegenüber fossilen Kraftstoffen (wie Benzin oder Diesel) müssen Biokraftstoffe mindestens 35 Prozent Treibhausgase einsparen (ab 2017 mindestens 50 Prozent), ansonsten werden sie nicht für das 10-Prozent-Ziel angerechnet.
Die EU-Staaten müssen erklären, wie sie ihren Anteil an erneuerbaren Energien erreichen wollen. Für diese Aktionspläne setzte das Europäische Parlament Mindestanforderungen durch. Gemeinsame Projekte von Mitgliedsstaaten sind erlaubt.
Die neue Richtlinie sieht vor, dass spätestens 2018 eine neuer Ablaufplan für den Ausbau erneuerbarer Energien vorgelegt wird. Neue Gesetzesvorschläge sind für die Zeit nach 2020 geplant.
- Information Erneuerbare Energien vom Bundesumweltministerium
- Forschungsprojekt zu Erdwärme, Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben, Hannover

