„Neues Handlungskonzept“ und „Umfrage“ zur BreitbandversorgungDie Deutsche Telekom und der Deutsche Städte- und Gemeindebund werden in wenigen Wochen ein "Handlungskonzept" für den kommunalen Breitbandausbau veröffentlichen und breit kommunizieren. Die Deutsche Telekom möchte zudem in jedem Bundesland zwei Kreise als Pilotgebiete auswählen für eine Erfassung des weiteren Breitbandbedarfs und zur Untersuchung der besten Anschlussmöglichkeiten (ein 100%iger Anschluss ist nicht geplant). Die Entscheidung, um welche Kreise es sich handelt, ist noch nicht getroffen.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Deutscher Landkreistag haben ein Aktionsbündnis mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gebildet, um die so genannten "weißen Flecken" bei der Breitbandversorgung zu beseitigen. Für das Frühjahr 2008 ist eine Umfrage über die Breitbandversorgung in den Kommunen geplant.
Anhand des ermittelten Ergebnisses soll dann zusammen mit den Kommunen erörtert werden, wie eine firmenneutrale Breitbandversorgung sichergestellt werden kann. Dabei werden auch Alternativen zu den relativ schnellen Kabel- und DSL-Netzen in Betracht bezogen.
Es ist zu empfehlen, den Fragebogen des Aktionsbündnisses auszufüllen; erst die umfassende Überprüfung der Situation in Niedersachsen kann Auskunft darüber geben, in wie weit und unter welchen Bedingungen öffentliche Investitionen sinnvoll sein werden. Keinesfalls darf der Eindruck entstehen, dass die Breitbandversorgung eine reine Aufgabe der öffentlichen Hand ist. Im Prinzip ist es Aufgabe der Unternehmen in Europa, eine Modernisierung ihrer Infrastrukturen vorzunehmen. Selbstverständlich sollte dies nicht dazu führen, dass bereits eingeleitete Aktionen unterbleiben, aber eine gewisse Rationalisierung der Planung kann durchaus sinnvoll sein.
Es ist aus einem weiteren Grund empfehlenswert, den Fragebogen auszufüllen. Die Deutsche Telekom nimmt neue Investitionen zur Errichtung des VDSL2- Glasfasernetzes vor. Zurzeit hat sie 27 Städte (insgesamt 8,2 Mio. Haushalte) angeschlossen, bis Ende 2008 ist der Anschluss weiterer 50 Städte geplant. Selbst dann, wenn dieser Zeitrahmen nicht vollständig einzuhalten ist, ist bereits heute abzusehen, dass sich die Kluft in der Versorgung zwischen Land und Stadt vergrößern wird. Hinzu kommt der Ausbau unabhängiger Glasfasernetze in Großstädten wie etwa durch Hanse-Net in Hamburg, Net-Cologne in Köln oder M-Net in München. Dadurch nimmt die Attraktivität von Städten weiter zu, die der ländlichen Regionen kann hingegen weiter abnehmen. Dies ist eine ausgesprochen ungesunde Entwicklung, weil damit der ländliche Raum von vielen neuen Entwicklungen nahezu ausgeschlossen bleibt. Es besteht die Hoffnung, dass die Befragung einen Impuls auslösen wird, diese Situation zu verändern. So könnte eine gute Analyse auch darüber Aufschluss geben, welche Investitionen getätigt werden müssten, um Regionen an VDSL2-Glasfasernetze anzuschließen, sofern sie in der Nähe dieser Netze liegen. Offensichtlich ergeben sich bei der Planung von VDSL2- Glasfasernetzen auch Hindernisse dadurch, dass in den städteplanerischen Erwägungen die Einrichtung von Schaltkästen nicht ausreichend vorgesehen ist.

