Prozess des Mumbai Attentäters am 16.April 2009
Bangalore Februar 2009

Bild: Bangalore Februar 2009

Am 15.April 2009 sollte ursprünglich der Prozess gegen Mohammad Ajmal Kasab in Mumbai (Indien) eröffnet werden. Auf Grund von Veränderungen in der Pflichtverteidigung beginnt der Prozess jedoch erst einen Tag später. Die Anklage wirft ihm "Kriegsführung gegen die Nation" und mehrfachen Mord vor. Bei den Anschlägen vom 26. November 2008 sind über 160 Menschen umgekommen.

Knapp fünf Monate nach den Anschlägen in Mumbai beginnt voraussichtlich am 16.April 2009 in der Finanz- und Filmmetropole der Prozess gegen Kasab. Dem aus Pakistan stammenden 21- Jährigen droht damit die Todesstrafe. Drei Tage hielten die Terroristen die Hotels Taj Mahal und Oberoi Trident, den Bahnhof und eine jüdische Einrichtung unter Beschuss. Kasab ist der einzige Überlebende der 10 pakistanischen Attentäter, der sich ab morgen unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen rechtfertigen muss. Zeitgleich wird Anklage gegen zwei weitere Terrorverdächtige des Anschlags aus Indien erhoben, die offensichtlich Unterstützung geleistet haben. Erika Mann hielt sich während der Anschläge im Taj Mahal Hotel auf und war unmittelbar von den Terrorakten betroffen.

Erika Mann konnte sich während der Anschläge in Sicherheit bringen und letztendlich retten. Rückblickend beschreibt sie: "Natürlich hatte ich Angst, aber gleichzeitig habe ich den Verstand behalten. Emotional zu reagieren, hätte niemandem weitergeholfen." Meditation half ihr bei der Verarbeitung der schrecklichen Bilder.

Es ist für Indien, besonders im Vorfeld der Parlamentswahlen, ein ganz besonders wichtiges politisches Zeichen, dass es ein zügiges Strafverfahren gibt, gerade weil es sich um ein so politisches Attentat handelt. Erika Mann gibt zu bedenken, dass "der Prozess mit der Illusion aufräumen sollte, dass dieses Attentat ein Einzelfall ist. Es ist wichtig, die Hintermänner und das dahinter liegende Netzwerk zu identifizieren, um weitere Attentate zu verhindern."

"Es ist wichtig, dass die Welt den Prozess verfolgt, um den Konflikt zwischen Indien und Pakistan besser zu verstehen", appelliert Erika Mann. Mit europäischer und amerikanischer Hilfe müsse versucht werden, den Konflikt langfristig zu lösen, so Erika Mann. Der Konflikt habe schließlich auch politische Auswirkungen auf die gesamte Region, besonders auch Afghanistan.


Hintergrund:

Am 26. November 2008 wurde in Mumbai eine Reihe von Anschlägen durchgeführt. Mehrere mit Schnellfeuergewehren, Handgranaten und Sprengstoff bewaffnete kleine Gruppen von Attentätern verübten an etwa zehn Orten im südlichsten Teil Mumbais Anschläge. Die niedersächsische Europaabgeordnete Erika Mann hielt sich zum Zeitpunkt der Attacken im Taj Mahal Hotel in Mumbai auf, wo sie über acht Stunden gefangen war. Erika Mann war Teil einer Delegation von Europaabgeordneten, die im Rahmen einer Delegationsreise des Ausschusses für Internationalen Handel des Europäischen Parlaments in Indien war.


Weitere Informationen:

21. April 2009 10:44