Seite druckenBilligprodukte aus China sind auf dem europäischen Markt kaum mehr wegzudenken. Das Land ist bei bestimmten Produkten zum Weltproduzenten geworden. Mit den billig hergestellten Waren ist jedoch auch das Risiko verbunden, dass wichtige Qualitätsstandards nicht eingehalten werden (können).
Die Rückrufaktionen im August und September 2007 von gefährlichem in China hergestelltem Spielzeug machen deutlich, dass die Europäische Union besser darauf achten muss, welche Waren sie durch ihre Grenzen auf den europäischen Markt lässt.
Das Europäische Parlament hat während der Plenarwoche vom 24. - 27. September in Straßburg das Thema debattiert und eine von allen Fraktionen getragenen und von Erika Mann mit erarbeiteten Resolution verabschiedet. In dieser wird die Europäische Kommission aufgefordert, Importkontrollen zu verstärken und Sanktionen gegen Hersteller einzuführen, die europäische Normen nicht beachten.
Sichere Einfuhr von Spielzeug: 80% der Spielwaren kommen aus China
Kommentar von Erika Mann
Die derzeitige Diskussion um die Einfuhr gefährlicher Spielwaren hat eines gezeigt: Wir können innerhalb der EU die bestmögliche Rechtsetzung haben. Solange wir aber keine Wege finden uns vor unsicheren Produkten aus Drittstaaten zu schützen, ist diese Rechtsetzung nahezu Makulatur. Deshalb müssen wir uns jetzt darauf konzentrieren, durch geeignete Instrumente, die Sicherheit importierter Produkte zu garantieren.
Dies können wir zum einen, indem wir unsere eigene Gesetzgebung in angemessener Weise verändern (die aktuelle Spielwarenrichtlinie stammt aus dem Jahr 1993). Des Weiteren müssen wir EU-Produzenten, die ihre Ware in Drittstaaten (wie China) herstellen dazu verpflichten, auch bei dieser Produktion die europäischen Standards vollständig einzuhalten. Damit dies gewährleistet ist, ist eine strenge Überwachung bis in die Zulieferindustrie notwendig. Zusätzlich müssen die Importkontrollen an den EU-Außengrenzen deutlich effektiver werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die hinreichende Information der Verbraucher. Das europäische CE-Zeichen, welches bisher nahezu unkontrolliert verwendet wird, dient derzeit nicht als echter Qualitäts- oder Sicherheitsindikator. Das Zeichen muss in einer Weise verwendet werden, in der sich die Verbraucher auch auf die dahinterstehende Qualität verlassen können. Dies ist derzeit nicht der Fall.
Zu guter Letzt muss es auch möglich sein, bei wiederholter Mißachtung von EU-Standards, ein Importstopp gegen unsichere Ware/bestimmte Importeure zu erlassen.
Nur wenn wir diese Prinzipien zügig umsetzen, kann die Sicherheit der Verbraucher erhöht werden.
Pressemitteilung von Erika Mann vom 27. September 2007:
http://erikamann.com/presse_articles/Spielwaren
Pressemitteilung von Erika Mann vom 24. August 2007:
http://erikamann.com/presse_articles/Spielzeuge
Interessante Presseartikel zum Thema/oder themenverwandt (auf Englisch):
http://www.nytimes.com/2007/../China
http://www.nytimes.com/2007/...0eb94f&ei=5087%0A
Links zum Thema:
Aufschlussreicher Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 30. August:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/546/130320/
Bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist eine Broschüre über Spielwaren käuflich zu erwerben, die z.B. Erklärungen über die unterschiedlichen Gütesiegel und Prüfzeichen enthält:
http://www.vzniedersachsen.de/
Themenverwandter Link:
Verbraucherschutz der EU: 10 Grundsätze:
http://ec.europa.eu/consumers/cons_info/10principles/de.pdf