Neue Energie für Europa

Die Frage wie wir uns künftig mit Energie versorgen wollen, ist von zentraler Bedeutung für die Zukunft Europas. Die EU, ihre Mitgliedstaaten sowie Industrie und Gesellschaft stehen auf dem Gebiet der Energieversorgung vor drei zentralen Herausforderungen gleichzeitig:

Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit

Wenn sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzt, wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur die Energienachfrage weltweit bis zum Jahr 2030 um mehr als 50 % wachsen.[i] Allein die Erdölnachfrage dürfte um 41 % zunehmen. Einen Anstieg dieser Größenordnung hat es bislang noch nie gegeben. Es liegt auf der Hand, welche Gefahren daraus für die Weltwirtschaft entstehen können. Der Großteil der bekannten Erdöl- und Erdgasreserven befindet sich in wenigen Ländern, die durch nationale Monopole eine unmittelbare Kontrolle über diese Reserven ausüben. So wird annähernd die Hälfte des EU-Erdgasverbrauchs durch nur drei Länder (Russland, Norwegen, Algerien) gedeckt. Falls die aktuellen Trends anhalten, dürfte sich die Abhängigkeit von Erdgaseinfuhren in den nächsten 25 Jahren auf 80 % erhöhen.[ii] Die möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung für Europa sind schwerwiegend: die Import-Abhängigkeit, insbesondere von Erdöl- und Gaseinfuhren, nimmt zu. Derzeit importieren die EU-Mitgliedstaaten 50 % ihres Energiebedarfs und geben dafür ca. 240 Milliarden Euro im Jahr aus[iii]; jedoch sind nicht alle EU-Staaten in gleichem Maße von Energiezulieferung abhängig. Trotzdem wird ohne weiteres Handeln, wird der Import-Anteil bis 2030 auf 65 % steigen. Im Wesentlichen wäre dieser Mehrbedarf durch Erdöl und Erdgas zu decken.[iv] Dadurch würde die Abhängigkeit von den wenigen Lieferländern noch weiter zunehmen. Neben der weltweit steigenden Energienachfrage wird eine gleichzeitige Verknappung von Ressourcen, insbesondere von Rohöl[v], prognostiziert. So wird im Grünbuch Energieeffizienz[vi] auf eine Prognose verwiesen, nach der die bekannten Ölreserven auf Basis des heutigen Verbrauchs noch ungefähr 40 Jahre reichen werden. Somit stellt sich für die EU die Frage, wie die Versorgungssicherheit und – angesichts steigender Preise und Energieimporte – die Wettbewerbsfähigkeit der EU gewährleistet werden kann.

Klimawandel

Eine weitere Herausforderung ist der Klimawandel. Die künftigen Folgen des Klimawandels könnten noch weitaus schwerwiegender sein: Der UNO-Klimarat geht von "steigenden Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren"[vii] aus.

Einige hundert Millionen Menschen in dicht besiedelten Küstenregionen seien allein durch den Meeresspiegelanstieg bedroht. Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt laut IPCC in Regionen, wo Gletscher und Schnee wichtige Wasser-Reservoire sind - die aber "sehr wahrscheinlich" weiter schwinden. Außerdem drohe ein empfindlicher Verlust an biologischer Vielfalt. Für 20 bis 30 Prozent aller Arten bestehe ein "hohes Risiko der unwiderruflichen Auslöschung", sollte die globale Mitteltemperatur um weitere 1,5 bis 2,5 Grad Celsius verglichen mit 1990 steigen. Setzt sich der gegenwärtige Trend fort, wird der CO2-Ausstoß[viii], der 75 % der Treibhausgasemissionen ausmacht, bis 2030 weltweit um 55 % zunehmen. In Europa würde der Anstieg in diesem Zeitraum 5 % betragen. Wird nicht gegensteuert, hätte dies beträchtliche Konsequenzen für unsere Umwelt, für unsere Wirtschaft und für unsere Lebensweise. Die EU hat sich daher verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 20 % gegenüber dem Stand von 1990 abzusenken. Wenn von anderen Ländern ebenfalls entsprechende verbindliche Verpflichtungen eingegangen werden, will die EU sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Zielmarke höher stecken, d. h. eine Senkung der Emissionen um 30 % bis 2030 und um 60-80 % bis 2050 anstreben. Die aus der Energienutzung resultierenden CO2-Emissionen machen 75 % der Treibhausgasemissionen in der EU aus. Da ein Verzicht auf Wachstum und Wohlstand nicht wünschenswert und auch nicht realistisch ist, ist die zentrale Frage, wie die EU- und ihre Mitgliedstaaten den Übergang zu einem Wachstum mit geringen Kohlenstoffemissionen schafft.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Herausforderungen, die, bei entsprechendem Handeln seitens der Politik und Wirtschaft, auch große Chancen für Wachstum und Beschäftigung in Europa bedeuten, hat die Europäische Kommission am 10. Januar 2007 ihr Energiemaßnahmenpaket "Eine Energiepolitik für Europa" vorgestellt. Mit diesem Paket versucht die Kommission sich den energiepolitischen Herausforderungen des 21 Jahrhunderts zu stellen. Das Maßnahmenpaket soll Antworten auf die folgende Frage geben:

"Wie lässt sich vor dem Hintergrund des Klimawandels, der zunehmenden weltweiten Energienachfrage und künftiger Versorgungsungewissheiten eine wettbewerbsfähige und saubere Energieversorgung Europas sicherstellen?"

In diesem Aktionsplan werden sieben Maßnahmen aufgelistet[ix], die den Zielen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit Rechnung tragen sollen:

Schaffung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes
„Um die Herausforderungen des Klimawandels, der steigenden Importabhängigkeit und des globalen Wettbewerbs bewältigen zu können, braucht die EU einen offenen und gerechten Energiebinnenmarkt. Dabei geht es uns darum, dass den Verbrauchern und Unternehmen weiter>>>


Energieeffizienz fördern
Neben der Schaffung eines funktionierenden Energiebinnenmarktes ist die Steigerung der Energieeffizienz ein zentraler Bestandteil des EU-Energie-Aktionsplans. Das Ziel ist ambitioniert: Der Energieverbrauch soll durch den Einsatz effizienterer Technologien weiter>>>


Debatte über die Rolle der Kernenergie führen.
Derzeit trägt die Kernenergie ca. 30% zur Stromerzeugung in der EU in de EU bei. Die Nachteile der Nutzunug der Kernenergie sind bekannt: neben allgemeinen Sicherheitsbedenken tun sich insbesondere Probleme bei der Abfallentsorgung und der Stilllegung weiter>>>


Investitionen in kohlenstoffarme Technologien
Investitionen in kohlenstoffarme Technologien Durch die Förderung der Energieforschung erhofft sich die Kommission einen wesentlichen Beitrag sowohl zur Erreichung der gesteckten Klimaziele, weiter>>>


Gemeinsame Energieaußenpolitik der EU
Ein weiteres Ziel des Energiemaßnahmenpaketes ist es, zu einer gemeinsamen Energieaußenpolitik der EU zu kommen. Die gemeinsame Energieaußenpolitik soll die EU in die Lage versetzen, bei der Ausarbeitung internationaler Vereinbarungen sein, insbesondere weiter>>>


Forum zur Diskussion über Energie- und Umweltthemen:

http://speakup-energy.blogactiv.eu/

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[i] http://www.worldenergyoutlook.org/

[ii] http://ec.europa.eu/energy/green-paper-energy/doc/
2006_03_08_gp_document_de.pdf

[iii] http://ec.europa.eu/energy/action_plan_energy_efficiency/
doc/com_2006_0545_de.pdf

[iv] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/
07/43&format=PDF&aged=1&language=DE&guiLanguage=en

[v] www.peakoil.net

[vi] http://ec.europa.eu/energy/efficiency/doc/2005_06_green_paper_book_de.pdf

[vii] http://science.orf.at/science/news/147433

[viii] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/
07/43&format=PDF&aged=1&language=DE&guiLanguage=en

[ix] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/
07/43&format=PDF&aged=1&language=DE&guiLanguage=en
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11. April 2008 16:54