Seite druckenDie ursprüngliche Idee für Städtepartnerschaften ist, andere Kulturen kennen zu lernen und Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Länder zu fördern. Sie entstand in Europa kurz nach dem zweiten Weltkrieg und die Initiative sorgt heute für einen engen Kontakt zwischen Bürgern aus verschiedenen europäischen Ländern.
Ziel dieser Begegnungen ist es, den Erfahrungsaustausch und die Völkerverständigung von Menschen, die in ganz verschiedenen Regionen in Europa leben, zu sichern. Neben der Wirtschaftsförderung, dem Kulturaustausch und der Wissenschaftskooperation ist insbesondere der Austausch unter den Jugendlichen eine wichtige Komponente.
Förderprogramm der EU
Auf Initiative des Europäischen Parlamentes wurde im Jahre 1989 ein Partnerschaftsprogramm eingerichtet, das es Städten und Gemeinden eines EU-Staates vereinfacht neue Verbindungen und Netze mit der Stadt eines anderen EU-Staates oder eines Beitrittslandes zu schaffen oder bestehende Kontakte zu verstärken.
Ziel dieses Partnerschaftsprogramms ist auch, die Werte der Europäischen Union zu fördern und zu verbreiten. Außerdem soll die Europäische Union mit ihren Organen den Bürgern näher gebracht werden und sie sollen eng in die Überlegungen und Debatten zum Aufbau der Europäischen Union miteinbezogen werden.
Ferner bietet das Programm gerade den Beitrittsländern die Möglichkeit, Kontakt zu Gemeinden der Europäischen Union zu knüpfen, sich mit europäischen Fragen und Themen auseinanderzusetzen und mit Verfahren und Abläufen der Europäischen Union vertraut zu werden
Das Partnerschaftsprogramm der EU fördert sowohl die Begegnungen der Bürger, als auch die Organisation von thematischen Konferenzen und Ausbildungsseminaren zum Thema Städtepartnerschaften.
Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger
Die Begegnungen zwischen den Bürgern sollen den Erfahrungsaustausch, die Diskussionen und sonstige Initiativen fördern, die dazu beitragen, bei den Teilnehmern das europäische Bewusstsein zu stärken, ihre Kenntnisse zu erweitern und Respekt und gegenseitige Achtung zu fördern. Bei den Begegnungen sollen sich die Teilnehmer mit wichtigen europäischen Themen beschäftigen, wie z.B. die Zukunft der europäischen Union, die Erweiterung, die europäischen Institutionen, Chancengleichheit in der EU, Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit u.v.a. Aber auch Themenbereiche zur kulturellen Vielfalt in Europa gehören dazu.
Thematische Konferenzen und Ausbildungsseminare
Ziel der thematischen Konferenzen ist es, zur Verbesserung des Wissens über das europäische Aufbauwerk und zur Vereinfachung des Erfahrungsaustausches zwischen Städten und Gemeinden beizutragen. Die Ausbildungsseminare sollen den für die Städtepartnerschaften Verantwortlichen die Möglichkeit geben, die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen zur Förderung partnerschaftlicher Begegnungen mit hochwertigem europäischen Inhalt zu erwerben, u.a. für die Behandlung europäischer Themen in der städtepartnerschaftlichen Praxis oder zu den Auswirkungen der Städtepartnerschaften hinsichtlich des europäischen Bewusstseins der Bürgerinnen und Bürger.
Zugang zum Programm
Die Partnerschaftsprogramme richten sich an alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Ferner kann die Kommission auch anlässlich der konkreten Auswahl von Projekten auch Vorschläge von Bewerbern aus einem EFTA-/EWR-Land oder aus einem der Kandidatenländer für den Beitritt akzeptieren. Beim Einreichen des Antrages muss sowohl beachtet werden, dass die Partner ihre Anträge gemeinsam bei der Kommission einreichen müssen, als auch, dass das grundlegende Konzept für die gemeinsame Arbeit dargelegt sein muss.
Der von der Kommission zu vergebende Höchstbetrag pro Projekt zur Begegnung von Bürgerinnen und Bürgern, liegt bei 20.000 Euro, der für Projekte zu thematischen Konferenzen und Ausbildungsseminare bei 50.000 Euro. Der Mindestbetrag für eine Finanzhilfe beläuft sich bei beiden Projekttypen auf 2.000 Euro, so dass, sollte die Berechnung anhand der Pauschalsätze eine Finanzhilfe von weniger als 2.000 Euro ergeben, überhaupt keine Finanzhilfe gezahlt wird.
Die "Goldenen Sterne der Städtepartnerschaften"
Seit 1993 wählt die Kommission jedes Jahr die zehn besten Partnerschaftsprojekte aus und zeichnet sie mit den "Goldenen Sterne der Städteparternschaften" für den besten Beitrag zur europäischen Integration und zur Annäherung der europäischen Bürgerinnen und Bürger aus.
Weiterführender Link:
Beschluss des Rates vom 26.Januar 2004 über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Förderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft (Bürgerbeteiligung)
Kommissionsseite zu Städtepartnerschaften