Forschung in NiedersachsenInstitut für Endlagerforschung in Clausthal-Zellerfeld geplant
Die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld (Kreis Goslar) wird demnächst über das erste Institut für Endlagerung verfügen. Am 23. Oktober gab die TU bekannt, dass zum Wintersemester 2007/2008 der "weltweit einzigartige" Studiengang "Management radioaktiver und Umwelt gefährdender Abfallstoffe" angeboten wird.
Die Universität möchte damit auf die Energie- und Klimadebatte reagieren und dazu beitragen, eine Antwort auf die Frage der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland zu finden.
Weitere Infos auf der Website der TU Clausthal:
http://www.tu-clausthal.de/presse/nachrichten/details.php?id=444
Allgemein
Niedersachsen verfügt über eine bunte und sehr erfolgreiche Forschungslandschaft mit international angesehenen Universitäten, die zum Teil auf eine jahrhundertlange Tradition zurückblicken können, wie beispielsweise die Universität Göttingen.
In Göttingen sind die Humanmedizin, die Agrar- sowie die Biowissenschaften stark vertreten; in Hannover der Maschinenbau, die Human- und Tiermedizin; Braunschweig ist nahezu der deutsche Standort für die Luft- und Raumfahrttechnik geworden. Viele Einrichtungen profitieren in ihrer Forschungsausrichtung von ihrer geographischen Situation, z.B. der Standort Wilhelmshaven und Oldenburg im Bereich der Meeresforschung oder Clausthal-Zellerfeld bei der Bergbauforschung. Aber auch die kleineren Forschungsstandorte behaupten sich erfolgreich im europäischen Wettbewerb, so z.B. Lüneburg im Bereich Wirtschaftsforschung oder Vechta mit den Erziehungs- und Agrarwissenschaften. Gleichzeitig sind viele renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie Max-Planck-Institute, Fraunhofer-Institute und Helmholtz-Zentren in Niedersachsen ansässig. mehr...
Zudem bestehen zahlreiche Verknüpfungen und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen in den angrenzenden Bundesländern Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein, in denen ebenfalls hervorragende Forschung geleistet wird.
Alle Forschungseinrichtungen sind unterschiedlich stark in die europäische Forschungslandschaft eingebunden. Im abgelaufenen Forschungszeitraum zwischen 2002 und 2007 erhielten die niedersächsischen Hochschulen 48,055 Mio. Euro an Forschungsgeldern und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen 53,3 Mio. Euro. Gleichzeitig gibt es für forschungsnahe Programme finanzielle Zuwendungen aus anderen europäischen Quellen, z.B. aus dem Strukturfond oder dem Agrarbereich. Und natürlich beteiligen sich auch Unternehmen an viele Forschungsprojekte. Damit ist die europäische Forschungsförderung neben der nationalen Förderung ein wichtiger Drittmittelgeber für den niedersächsischen Wissenschaftsstandort. mehr...
Für die neue Förderperiode (2007 bis 2013) stehen 54,4 Mrd. Euro EU-weit zur Verfügung. Kontinuität bestimmt eine erfolgreiche Forschungspolitik, gleichzeitig muss es auch Neues geben: Die Grundlagenforschung erhält Unterstützung durch den Europäischen Forschungsrat; Klima- und Energieforschung wird weiter ins Zentrum europäischer Themen rücken; die Meeres- und Küstenpolitik wird verstärkt. Und wieder einmal sollte es den niedersächsischen Forschungsstandorten gelingen, sich erfolgreich im Wettbewerb europäischer Forschung zu behaupten.
Auch auf nationaler und regionaler Ebene wird die niedersächsische Forschungslandschaft gefördert. Auf Bundesebene haben sich verschiedene Projekte an den niedersächsischen Hochschulen für die Förderung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder qualifizieren können. mehr...
Auch das Land Niedersachsen hat sich der Förderung der dort ansässigen Forschungseinrichtungen verschrieben. mehr...
Bei allen Erfolgen in der niedersächsischen Forschungslandschaft sollte jedoch nicht übersehen werden, dass es in bestimmten Bereichen noch stets Defizite gibt. So ist beispielsweise die Verknüpfung der niedersächsischen Forschungseinrichtungen mit klein- und mittelständischen Unternehmen noch stets unzureichend, wie die mangelnde Teilnahme im SME-Programm des 6. Forschungsrahmenprogramms zeigt. Auch die Koordinierung regionaler, nationaler und europäischer Forschungsinitiativen und -politiken ist noch ausbaufähig. Zudem kumuliert sich die Forschungsförderung in Niedersachsen vor allem in den Ballungszentren, während sich im ländlichen Raum nur relativ wenige Projektbeteiligungen finden.

