Niedersächsische Beteiligung an der europäischen Forschungsförderung

Das EU-Hochschulbüro Hannover-Hildesheim hat im Jahre 2006 eine Studie zur Beteiligung der deutschen Hochschulen an der europäischen Forschungsförderung veröffentlich, mit einem besonderen Fokus auf der niedersächsischen Hochschullandschaft.

Die Kernaussagen des Berichtes lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Beteiligung der niedersächsischen Hochschulen

  • 37% der niedersächsischen Hochschulen haben sich am 6. FRP beteiligt. Damit liegt Niedersachsen über dem Bundesdurchschnitt von 26,6%.
  • Schlüsselt man die Beteiligung nach Hochschularten auf, so liegt die Beteiligung der niedersächsischen Universitäten mit 81,8 % leicht über dem Bundesdurchschnitt von 75,9%, die niedersächsischen Fachhochschulen mit 7,6% leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 10,1%.
  • In absoluten Zahlen ausgedrückt gab es in Niedersachsen 178 Projektbeteiligungen, womit Niedersachsen im Bundesvergleich auf dem vierten Platz liegt.
  • Die durchschnittliche Projektfördersumme an den Hochschulen betrug 270.000 Euro. Die Gesamtsumme der empfangenen Fördermittel betrug 48,055 Millionen Euro.
  • Niedersachsen gehört zu den wenigen Bundesländern, die sich am INNOV-Programm (Forschung und Innovation) beteiligt haben
  • Die Summe der eingeworbenen Mittel stellt sich nach Programmen aufgeschlüsselt wie folgt dar:

LSH-Programm (Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit): knapp 12 Millionen Euro,

IST-Programm (Technologien für die Forschungsgesellschaft): 10,5 Millionen Euro,

SUSTDEV-Programm (Nachhaltige Entwicklung, globale Veränderung und Ökosysteme): 6,5 Millionen Euro,

NMP-Programm (Nanowissenschaften und Nanotechnologien, wissensbasierte multifunktionale Werkstoffe, neue Produktionsverfahren und -anlagen) : 4,8 Millionen Euro,

HRM-Programm (Humanressourcen und Mobilität): 4,2 Millionen Euro,

AEROSPACE-Programm (Luft- und Raumfahrt): 3,6 Millionen Euro,

CITIZENS-Programm (Bürger und Staat in der Wissensgesellschaft) 2,5 Millionen Euro,

NEST-Programm (künftiger Wissenschafts- und Technologiebedarf): 1,2 Millionen Euro,

SSP-Programm (Politikorientierte Forschung): 1 Million Euro,

FOOD-Programm (Lebensmittelqualität und Sicherheit): 0,7 Millionen Euro,

INCO-Programm (Internationale Zusammenarbeit):0,4 Millionen Euro,

INNOV-Programm (Forschung und Innovation): 0,4 Millionen Euro

EURATOM-Programm: 0,2 Millionen Euro

SOCIETY-Programm (Wissen und Gesellschaft): 0,2 Millionen Euro

INFRAS-Programm: (Forschungsinfrastrukturen): 0,1 Millionen Euro.

Der Anteil der einzelnen FRP-Programme an der Gesamtheit der eingeworbenen Hochschulen stellt sich wie folgt dar

Drittmittel
  • Das LSH-Programm bildete den Forschungsschwerpunkt in der niedersächsischen Forschung. Im LSH-Programm waren vor allem die Medizinische Hochschule Hannover und der Bereich der Humanmedizin der Universität Göttingen primär aktiv, ferner noch die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Technische Universität Braunschweig und die Universität Hannover. Im IST-Programm war hauptsächlich die Universität Hannover aktiv, die innerhalb dieses Programms auch ihren Forschungsschwerpunkt hat. Neben der Universität Hannover beteiligten sich auch die Technische Universität Braunschweig sowie die Universität Oldenburg in diesem Bereich. Das Programm SUSTEV wurde primär von der Universität Osnabrück genutzt. Weitere überproportionale Programmbeteiligungen der niedersächsischen Hochschulen sind in den Bereichen AEROSPACE, CITIZEN und NEST zu verzeichnen. Unterproportionale Beteiligungen der neidersächsischen Hochschulen weisen die Programme HRM, FOOD, EURATOM, SOCIETY und INFRAS auf.
  • Nicht aktiv waren die niedersächsischen Hochschulen im SME- (Klein- und mittelständische Unternehmen im 6. FRP) und ERA-NET-Programm Koordinierung regionaler, nationaler und europäischer Forschungsinitiativen und -politiken.

Beteiligung der niedersächsischen Forschungseinrichtungen

  • Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Niedersachsen konnten mittels 137 Projektbeteiligungen 53,3 Millionen Euro akquirieren.
  • Private Forschungseinrichtungen in Niedersachsen beteiligten sich an 101 Projekten und akquirierten so 26,8 Millionen Euro.
  • Die unter der Rubrik "Sonstige" firmierenden Gebietskörperschaften, kommunalen Einrichtungen und Ministerien beteiligten sich an 6 Projekten und erhielten hierdurch 700.000 Euro. Sie spielen in der EU-Förderung also eine eher marginale Rolle.
  • Während also die niedersächsischen Hochschulen mit 178 die meisten Projektbeteiligungen aufwiesen, konnten die außeruniversitären Forschungseinrichten den höchsten Betrag an EU-Drittmitteln akquirieren.
  • Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen waren am häufigsten am Bereich LSH beteiligt, die privaten Forschungseinrichtungen am SUSTDEV-Programm.
  • Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen waren nicht in den sozialwissenschaftlichen Programmen CITIZEN, SOCIETY und INCO aktiv.

Regionale Verteilung der Mittel

  • Die Region Hannover war mit 129 Projektbeteiligungen (Volumen: 38,3 Millionen Euro) am stärksten in der EU-Forschungsförderung vertreten, dicht gefolgt von der Region Braunschweig mit 122 Beteiligungen (Volumen: 36,9 Millionen Euro). Mit leichtem Abstand folgte die Region Göttingen mit 88 Projektbeteiligungen (Volumen: 30,8 Millionen Euro). Auf den Rängen vier und fünf folgten die Regionen Oldenburg mit 39 Beteiligungen (Volumen: 9,7 Millionen Euro) sowie Osnabrück mit 14 Beteiligungen (Volumen: 5,7 Millionen Euro).
  • Die EU-Projektmittel kumulierten sich vor allem in den Ballungszentren, im ländlichen Raum sind nur wenige Beteiligungen zu finden. In der Region Hannover sind, bedingt durch die dort herrschende hohe Hochschuldichte, es vor allem die Hochschulen, die die EU-Projektmittel erhalten, während in der Region Braunschweig und Göttingen die außeruniversitären Hochschuleinrichtungen am meisten von der Förderung profitieren.

Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden:

Studie_Jerusel_2006_01.pdf

Weitere Informationen zur Beteiligung niedersächsischer Hochschulen sind auf der Seite des EU-Hochschulbüros Hannover/Hildesheim zu finden.

http://www.eu.uni-hannover.de

31. Juli 2007 22:33