Die niedersächsische ForschungspolitikDie niedersächsische Forschungspolitik
Die Forschungspolitik des Landes Niedersachsen orientiert sich an den folgenden fünf Förderzielen:
1. Sicherung der Bandbreite
Ein Ziel der Forschungspolitik ist die Sicherung der Bandbreite der Wissenschaften. Schlüsseltechnologien wie beispielsweise den Informationswissenschaften oder den Biowissenschaften kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, jedoch sollen auch die Geisteswissenschaften weiterhin gefördert werden. Ein Beispiel hierfür ist das Sonderprogramm Geisteswissenschaften das aus Mitteln des niedersächsischen Vorab finanziert wird. Das Programm soll den niedersächsischen Hochschulen die Möglichkeit geben, ihre Berufungspolitik längerfristig auszurichten und hochqualifizierte Wissenschaftler anzuwerben.
2. Schwerpunkt- und Profilbildung
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen setzt die niedersächsische Landesregierung auf Profilbildung und Prioritätensetzung dieser sowie auf Arbeitsteilung zwischen den Universitäten. Teilweise wurde diese Profilbildung verschiedener Hochschulen im Hochschuloptimierungskonzept (HOK) von 2004 festgelegt. Dieser Vorgehensweise liegt die Auffassung zugrunde, dass profilstarke Hochschulen erfolgreicher bei der Einwerbung von Drittmitteln und bei der Suche nach leistungsstarken Partnern sind sowie auf internationaler Ebene souveräner auftreten.
Es liegt der Verdacht nahe, dass der Profilbildung und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen weniger prestigeträchtige Studiengänge beispielsweise aus dem Bereich der Geisteswissenschaften zum Opfer fallen. In diesem Zusammenhang sei an die Aufhebung der Romanistik an der Universität Hannover gedacht, an die Schließung des Studienganges Medienwissenschaft an der Universität Göttingen sowie die Einschränkungen des Studienangebotes in der Anglistik, im griechischen und lateinischen Grundstudium, in Philosophie, Alter Geschichte, Romanistik, Slawistik, Musikwissenschaften, Kulturanthropologie und europäische Ethnologie und Skandinavistik an derselben Universität genannt.
3. Vernetzung
Die niedersächsischen Hochschulen werden sowohl untereinander als auch mit den außeruniversitären Einrichtungen vernetzt. Ein Beispiel für hochschulübergreifende Kooperationen ist das Consortium Technicum der Universitäten Hannover, der TU Braunschweig und der TU Clausthal, eine im Jahre 2000 gegründete Kooperationsplattform für die natur- und ingenieurswissenschaftlichen Fächer. Am 16.04.2007 haben die Universitäten Hannover, die TU Braunschweig und die TU Clausthal eine Erklärung zur Bildung einer Niedersächsischen Technischen Hochschule unterzeichnet. Hierbei handelt es sich um eine trilokal arbeitsteilige Hochschule, die bis zum Jahre 2020 verwirklicht werden soll.
4. Qualitätssicherung
Im Jahre 1997 wurde die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN) gegründet. Hierbei handelt es sich um ein unabhängiges Expertengremium, das die niedersächsische Landesregierung und die landesfinanzierten Wissenschaftseinrichtungen in Fragen der Wissenschafts- und Forschungspolitik berät. Den Vorsitz hat Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
5. Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft
Technologieförderung und Technologietransfer sind ein zentrales Anliegen der niedersächsischen Forschungsförderung. Ziel der Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist die Förderung des Innovations- und Wettbewerbspotentials vor allem der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), indem Informationsdefizite beseitigt, Forschungsaktivitäten angeregt und finanzielle Engpässe behoben werden. Technologieförderung und -transfer sind fach- und ressortübergreifend angelegt, vor allem in den folgenden Themenfeldern:
- Fortführung der Förderungen von vor allem technologieorientierten Existenzgründungen aus dem Wissenschaftsbereich
- Nutzung von Hochschulpatenten für die niedersächsische Wirtschaft
- Förderung von Verbundprojekten Hochschule-Wirtschaft in wichtigen und zukunftsorientierten Technologie, wie z.B. in den bereichen Biotechnologie, Medizintechnik, Umwelttechnologie und Verkehrstechnik.
Internationalität der Forschung
Bei der Internationalisierung der Niedersächsischen Hochschulen sind in den vergangenen Jahren einige Erfolge zu verzeichnen gewesen. Der Anteil ausländischer Studierender an den Hochschulen steigt stetig (rund 17.500 Studierende im Jahr 2004/2005), im Zuge des Bologna-Prozesses wurden internationale Abschlüsse eingeführt, und auch der Anteil der international ausgerichteten Studiengänge nimmt zu (70 internationale + 30 ausschließlich in Englisch unterrichtete Studiengänge). Die niedersächsischen Hochschulen verfügen über 1.500 institutionalisierte Kooperationen mit ausländischen Partnerhochschulen. Schwerpunkte der Auslandsbeziehungen sind Mittel- und Osteuropa sowie China.
Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen wird vom Land gefördert (Zuschüsse für Reisekosten und Aufenthaltskosten für Wissenschaftler).
Links:
Weitere Informationen zur neidersächsischen Forschungspolitik finden Sie unter
http://www.mwk.niedersachsen.de/

