Spezifische Programme des 7. FRP

Das 7. FRP ist in vier spezifische Programme unterteilt, welche die vier übergreifenden Ziele der EU-Forschungspolitik widerspiegeln:

Kooperation: "Zusammenarbeit"
Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Unternehmen, Forschungszentren und öffentlichen Einrichtungen in der EU und über die Grenzen der EU hinaus soll stärker gefördert werden. Das Programm wird sich auf neun Schwerpunktbereiche, die so genannten "thematischen Bereiche", konzentrieren. Die bereits bestehenden Schwerpunktbereiche des 6. FRP sollen im Rahmen des 7. FRP fortgeführt werden, lediglich ein Bereich ist hinzugefügt worden: Sicherheit und Weltraum. Themenübergreifende Forschungsansätze zu Bereichen die im allgemeinen Interesse sind, sollen erlaubt sein.

Grundlagenforschung: "Ideen"
Dieses Programm soll die Dynamik, die Kreativität und die herausragenden Leistungen der europäischen Forschung in den Grenzbereichen des Wissens verbessern. Dies soll durch ei-nen europaweiten Wettbewerb geschehen. Ein eigenständiger Europäischer Forschungsrat (EFR) soll gewährleisten, dass die Forschung, die von der EU finanziell unterstützt wird, tatsächlich internationalen Exzellenzkriterien entspricht.

Eine Vorstufe des EFR in Form eines Wissenschaftsrates ist bereits im Jahr 2005 eingerichtet worden. Er besteht aus 22 hochrangigen Vertretern der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft; zwei Mitglieder kommen aus Deutschland. Dieser Wissenschaftsrat soll zusammen mit einer spezifischen Durchführungsstruktur den EFR bilden. Der EFR wird für die Grundlagenforschung (Pionierforschung) zuständig sein. Er wird u.a. die Entscheidung über die Art der zu fördernden Forschung überwachen und soll ein Garant für die wissenschaftliche Qualität der Maßnahmen sein. Das Pro-gramm verfolgt einen 'forschergetriebenen' Ansatz, der es den Forschern erlaubt, eigene Themen vorzuschlagen.

Von Seiten der europäischen Forschungsgemeinschaft wird die schnellstmögliche Einrichtung eines EFR ausdrücklich gewünscht.

Mobilität: "Menschen"
Unter dieser Überschrift sollen die so genannten „Marie-Curie-Maßnahmen“, die die Karriereaussichten und Mobilität von Wissenschaftlern verbessern sollen, ausgebaut werden. Die Ent-wicklung bestimmter Fertigkeiten von Forschern und die Laufbahnentwicklung sollen in der Zukunft stärker in den Vordergrund gerückt werden. Eine größere sektorübergreifende Mobilität, vor allem zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, und eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit sollen hierzu beitragen.

"Kapazitäten"
Zentrale Aspekte europäischer Forschungs- und Innovationskapazitäten sollen verbessert werden. Dazu gehört z. B. der Ausbau von Forschungsinfrastrukturen, die Förderung von mittelständischen Unternehmen, die Schaffung regionaler forschungsorientierter Cluster (Wissensregion), die Freisetzung des gesamten Forschungspotenzials in den Konvergenzregionen der EU, Einbindung der Forschungspolitik in das europäische Sozialgefüge und horizontale Maßnahmen der internationalen Zusammenarbeit. Auf diese Weise soll die optimale Nutzung der Forschungspotenziale in der EU erreicht werden.

Gemeinsame Forschungsstellen
Zusätzlich zu den vier spezifischen Programmen umfasst das 7. FRP ein „Programm für die nicht-nuklearen Aktivitäten der Gemeinsamen Forschungsstelle" und ein "Programm für die Gemeinsame Forschungsstelle im Bereich nuklearer Aktivitäten."

Aufgabe der Gemeinsamen Forschungsstellen ist es, eine auftraggeberorientierte wissenschaftlich-technische Unterstützung für die Gestaltung der EU-Politik zu leisten, sowohl durch Unterstützung bei der Durchführung und Überwachung bestehender politischer Maßnahmen als auch durch Reaktion auf neue politische Erfordernisse. Ziel der Programme ist ein integ-riertes Konzept zur wissenschaftlichen und technischen Unterstützung der EU-Politik.

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11. September 2006 05:35