Europäischer Forschungsraum

Das Konzept des Europäischen Forschungsraums (EFR oder ERA - European Research Area) geht auf eine Initiative des EU-Forschungskommissars Philippe Busquin (Amtszeit 1999 - 2004) zurück. Er hatte die Idee eines "grenzenlosen Raums" der es Forschern erlaubte, sich ohne Grenzen zu bewegen und in dem Infrastrukturen, Förderprogramme und Projekte gebündelt, aufeinander abgestimmt und gemeinsam genutzt werden. Der Busquin nachfolgende Forschungskommissar Janez Potocnik führt das Konzept weiter.

Der Europäische Forschungsraum soll die Absicht der Europäischen Union verwirklichen, eine gemeinsame Forschungspolitik zu implementieren.
Dazu gehören die Integration und die Kooperation der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten der Mitgliedstaaten.

Das maßgebliche Instrument zur Umsetzung des Europäischen Forschungsraums ist das Europäische Forschungsrahmenprogramm.

Der ERA sollte nach Ansicht der Kommission von folgenden Merkmalen geprägt sein:

  • angemessener Austausch von kompetenten Forscherinnen und Forschern
  • Forschungsinfrastrukturen von Weltniveau
  • Spitzenforschungseinrichtungen
  • effektiver Wissensaustausch
  • gut koordinierte Forschungsprogramme und Forschungsschwerpunkte
  • breite Öffnung des Europäischen Forschungsraums für die Welt

Stand der Umsetzung

Im Januar 2000 stellte die Kommission ihre Mitteilung "Hin zu einem Europäischen Forschungsraum" vor. Der Bericht 'Ein innovatives Europa schaffen' wurde im Januar 2006 fertiggestellt.

Am 4. April 2007 hat die Europäische Kommission das aktuelle Grünbuch "Der Europäische Forschungsraum: Neue Perspektiven" veröffentlicht. In diesem Dokument erörtert die Kommission Fragestellungen zum weiteren Ausbau des Europäischen Forschungsraums. Am 31. August 2007 endete der öffentliche Konsultationsprozess. Konkrete Vorschläge, wie der ERA geschaffen werden kann und welche Maßnahmen dafür nötig sind, werden im Laufe des Jahres 2008 erwartet.

Das Europäische Parlament berät noch über die Vorschläge der Kommission. Der Entwurf des Berichterstatters wurde am 22. November im federführenden ITRE -Ausschuss (Industrie, Forschung und Energie) diskutiert. Anfang Dezember soll im Ausschuss über den Bericht abgestimmt werden. Im Januar oder Februar ist die Abstimmung im Plenum geplant.

Berichtsentwurf des Europäischen Parlaments:

http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2004_2009/documents/pr/690/690232/690232de.pdf

Website der Kommission zum Forschungsraum:

http://www.ec.europa.eu/research

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), eine der besten deutschen Forschungsinstitutionen, hat im Rahmen der öffentlichen Konsultation gemeinsam mit zwei weiteren Spitzenforschungsinstitutionen aus Frankreich und Spanien eine Stellungnahme abgegeben. In dieser Stellungnahme bemängeln die drei Institute, dass Forschungsorganisationen in dem Grünbuch keine explizite Erwähnung finden.

Die fehlende Einbindung dieser Organisationen weist auf eine mangelhafte Betrachtung der europäischen Forschungslandschaft hin. Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft bilden jedoch eine sehr wichtige Säule der deutschen und europäischen Forschung, die in alle Strategien und Konzepte mit eingebunden werden müssen.

Die Europa-Abgeordnete Erika Mann ist Senatorin der Max-Planck-Gesellschaft:

http://www.mpg.de


Der Europäische Forschungsrat

Mit der Gründung des Europäischen Forschungsrates Anfang 2007 wurde ein wichtiger Schritt zu Investitionen in europäische Grundlagenforschung unternommen. Der Europäische Forschungsrat (EFR) wird als weitgehend unabhängig arbeitender wissenschaftlicher Rat die wissenschaftlichen Prioritäten und Strategien für die Spitzenforschung in Europa bestimmen.

Erika Mann hat sich im Europäischen Parlament für die Einrichtung des Forschungsrates eingesetzt. Insbesondere legte sie Wert darauf, dass der EFR unabhängig wird. Im April 2006 hat sie dies erneut in einem Interview in der HAZ deutlich gemacht.

Die vollständige Arbeitsweise des Forschungsrates und der wirkliche Einfluss des Wirtschaftsrates wird sich im Verlauf der Jahre 2007 und 2008 konkretisieren.

„Europa braucht unabhängigen Forschungsrat“
Im Gespräch Erika Mann HAZ-Artikel im April 2006 von Christian Holzgreve Monatelang hat Europa über einen neuen Haushalt gestritten. Jetzt ist das Volumen bekannt, das Geld wird weiter>>>



Europäischer Forschungsraum:

Grünbuch Europäischer Forschungsraum:

http://ec.europa.eu/research/era/pdf/era_gp_final_de.pdf

Die European Platform of Women Scientists (EPWS), dessen Mitglied Erika Mann ist, hat sich an der Konsultation der Europäischen Kommission zum Grünbuch Europäischer Forschungsraum beteiligt. Die Kommentare des EPWS finden Sie hier:

http://www.epws.org/index.php?option=com_content&task=view&id=235&Itemid=4636

Seiten der Kommission zum Europäischen Forschungraum:

http://europa.eu/scadplus/leg/de/lvb/i23010.htm

http://ec.europa.eu/research/era/index_en.html

Europäischer Forschungsrat:

Homepage des Europäischen Forschungsrates:

http://erc.europa.eu/

Weitere Links:

Zum Interview von Erika Mann in der HAZ (April 2006):

http://erikamann.com/themen/forschungspolitik/europischerforschu/europabrauchtunabh/index

Website der Max-Planck-Gesellschaft:

www.mpg.de

Gastbeitrag von Christiane Schulzki-Haddouti zum European Institute of Technology:

http://erikamann.com/themen/aktuelleeuropische/Informationstechnologie/EIT

30. April 2009 10:29