Bald auch voller Einsatz des Mobiltelefons im Ausland günstiger?

Im Juni 2007 trat die Roaming-Verordnung (2002/21/EG) in Kraft. Diese Verordnung legt einen maximalen Minutenpreis für mobiles Telefonieren im Ausland fest.

Im Herbst 2008 wird diese Verordnung einer Überarbeitung unterzogen. Im Zuge dieser Überarbeitung werden künftig auch die Preise für den Versand von SMS im EU-Ausland stärker reguliert. Ein Vergleich zeigt, dass die derzeitigen Preise pro SMS-Versand innerhalb der EU enorm schwanken. Bezahlt der Kunde eines österreichischen Anbieters im EU-Ausland nur 21 ct für den Versand einer SMS, kann der Kunde eines niederländischen Anbieters 75 ct. bezahlen müssen. In Deutschland schwanken die Preise zwischen 24 und 40 ct./SMS.

Nach den Plänen der Europäischen Kommission sollen die Preise pro SMS künftig maximal 15 ct. (ggf. noch weniger) kosten dürfen. Nach der Einführung des Telefonroamings ist dies der nächste logische Schritt bei der Regulierung überhöhter Preise für mobile Telekommunikationsdienste. Die tatsächlichen Kosten für die Anbieter dieser Dienste sind so niedrig, dass eine Deckelung des Preises in dieser Größenordnung nach wie vor Gewinne für die Unternehmen erlauben sollte.

Das Europäische Parlament hat schon seit längerem gefordert, derartige Preisregulierungen vorzunehmen. Die Europäische Kommission hatte aber zunächst an die Telekommunikationsbranche appelliert, freiwillige Preissenkungen vorzunehmen. Dieser Appell war jedoch weitgehend erfolglos geblieben, sodass nun verbindliche gesetzliche Regelungen eingeführt werden.

Auch Datentransfer deutlich günstiger

Der Transfer von Daten (wie zum Beispiel das Laden von Musik oder Dokumenten auf den eigenen Rechner) birgt für Verbraucher häufig unangenehme Überraschungen wenn sie die entsprechende Rechnung erhalten. Die Preise für mobile Datentransfers sind zum einen nach wie vor höchst unterschiedlich und zum anderen sehr intransparent und für Verbraucher schwer zu verstehen.

Daher wird die Europäische Kommission ebenfalls im Herbst - wahrscheinlich Ende September, Anfang Oktober - einen Vorschlag zur Regulierung der Datenroaming-Preise vorlegen. Vorstellbar sind Modelle zur Schaffung von mehr Transparenz wie etwa eine Warnung, wenn ein bestimmter Betrag überschritten wird oder auch die automatische Kappung der Verbindung bei Erreichen eines Höchstbetrages.

Zudem wird in den Vorschlägen voraussichtlich ein Höchstbetrag gesetzlich festgeschrieben werden, den der "Download" kosten darf. Die Europäische Kommission sieht diese Schwelle bei ca. einem Euro/Megabyte (ggf. auch darunter).

Der derzeitige Preis bei grenzüberschreitendem Datenverkehr im Mobilbereich liegt zwischen 3,50 Euro und 16 Euro/Megabyte.

Im Frühjahr 2008 hatte die Europäische Kommission auf Anforderung des Europäischen Parlaments eine öffentliche Konsultation durchgeführt, die die Auswirkungen und das Funktionieren der EU-Roamingverordnung überprüfen sollte. Die Ergebnisse dieser Konsultation werden bei der Erarbeitung dre Vorschläge Berücksichtigung finden.

Weiterführende Informationen

7. August 2008 12:57