DruckversionSeite drucken
< Homepage < Themen < Transatlantik < WTO-Dispute Boeing vs. Airbus < Erfolg für Airbus - weitere Herausforderungen stehen bevor

Erfolg für Airbus - weitere Herausforderungen stehen bevor

Reaktionen in den USA

Die Auftragsvergabe der "US Air Force" an das amerikanisch-europäische Konsortium Northrop-Grumman/EADS hat in den USA zu zahlreichen und heftigen Reaktionen geführt.

Der US-Kongressabgeordnete Tiahrt hat eine Gesetzesänderung in den Kongress eingebracht, in der Tiahrt vorschlägt, künftige Vergaben des US-Verteidigungsministeriums an Unternehmen zu verbieten, die Subventionen im Ausland erhalten.

Es gibt jedoch auch Befürworter der Auftragsvergabe. So haben verschiedene pensionierte Generäle und Generalmajore an den amerikanischen Verteidigungsminister einen Brief geschrieben, mit dem sie die Entscheidung der Air Force bei der Tankflugzeugvergabe unterstützen.

Am 29. Februar hat die "US Air Force" bekannt gegeben, dass die Neuausstattung ihrer Tankflugzeugflotte mit dem Tankflugzeug KC-30 erfolgen soll. Diese Entscheidung bedeutet für den europäischen Luftfahrtkonzern EADS einen Milliardenauftrag. Das Flugzeug KC-30 basiert auf dem Airbusmodell A330 MRTT. 179 Tankflugzeuge sollen gefertigt werden.

Die Auftragsvergabe an das US-Unternehmen Northorp Grumman ist ein wichtiger Erfolg für Airbus. Das Unternehmen musste sich in den vergangen Monaten gegen heftige Angriffe aus der US-Öffentlichkeit wegen angeblicher Zahlungen unfairer Subventionen einiger EU-Mitgliedstaaten an Airbus wehren. Dass dieser Auftrag nun trotz dieser öffentlichen Angriffe zugunsten von Airbus ausfiel ist ein positives Signal an Europa. Die US-Administration hat sich von der Vernunft leiten lassen und dem besten Anbieter den Zuschlag gegeben. In Anbetracht laufender Klagen zwischen der EU und den USA vor der WTO ist diese Entscheidung zudem ein Indiz dafür, dass der Transatlantische Markt funktioniert, auch wenn Konflikte auftreten.

Auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen ist die Entscheidung von großer Bedeutung. Wenngleich die aus dem Auftrag resultierenden Arbeitsplätze überwiegend in den USA entstehen, trägt der Auftrag in deutlichem Ausmaß zur Arbeitsplatzsicherung bei Airbus in Europa bei und hilft, die international starke Position von Airbus und EADS weiter zu sichern. Airbus insgesamt ist durch den starken Dollarkurs in besonderem Maße gefordert. Dieser kostet das Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Euro, da Flugzeuge in Dollar bezahlt werden.

Auf der Entscheidung nicht ausruhen

Erika Mann sieht in dieser Entscheidung noch nicht das große "Happy End". Es darf nicht vergessen werden, dass die Entscheidung der "US Air Force" nicht unwiderruflich ist. Boeing hat die Möglichkeit, die Entscheidung anzufechten und hat angekündigt, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Im Extremfall könnte der US-Kongress das letzte Wort haben. Dort haben sich bereits zahlreiche Abgeordnete öffentlich hinter Boeing gestellt. Die Auftragsvergaben hat zum Teil große Empörung hervorgerufen ("Airforce Tanker Deal splits Congress", "US Congress to examine EADS tanker deal") und beeinflusst mittlerweile den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf (EADS gerät zwischen die Fronten des US-Wahlkampfs). Die beiden potenziellen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Clinton und Obama haben die Entscheidung heftig kritisiert. Der Republikaner John McCain wird öffentlich angegriffen und mitverantwortlich dafür gemacht, dass der Auftrag nicht an das US-Unternehmen ging.

Europäisches Parlament sollte sich positionieren

Am 6. März 2008 hat Erika Mann ihre Abgeordnetenkollegen im Europäischen Parlament zu einem Gespräch mit fünf Vertretern von Airbus Toulouse und Airbus Nord Amerika eingeladen. In diesem Rahmen hat ein Jurist von Airbus die Hintergründe im Detail noch einmal erläutert.

Erika Mann hat sich stark dafür eingesetzt, dass Airbus die nötige Rückendeckung aus dem politischen Umfeld erhält, um deutlich zu machen, dass die finanzielle Unterstützung die das Unternehmen erhält, legal ist und zurückgezahlt wird und auf ein gemeinsames Abkommen aus dem Jahr 1992 zwischen der EU und den USA zurückgeht. Bereits im November 2007 hatte Erika Mann durchgesetzt, dass sich die Europäische Kommission in einer Stellungnahme zu dem Fall Airbus-Boeing vor dem Plenum des Europäischen Parlaments äußert.

Weitere Informationen zur Tankervergabe an Northrop Grumman und EADS

23. April 2008 07:46

http://erikamann.com/themen/transatlantischebe/WTO-Dispute/ErfolgAirbus
16. Mai 2008 05:20
Copyright © 2007 PONTON-Lab