EU-Lateinamerika - Gipfel in Lima (EULAC)Am 16./17. Mai fand der fünfte Gipfel der Europäischen Union und Lateinamerikas statt. 60 Staats- und Regierungschef der Staaten der Europäischen Union, Lateinamerikas und der Karibik sind zu einem zweitägigen Treffen in Lima (Peru).
Der Gipfel fand nur knapp zwei Wochen nach der Versammlung der Parlamentarier der EU und Lateinamerikas (EUROLAT) statt. Während dieser Versammlung wurde eine Resolution angenommen, die von Erika Mann und ihrem Kollegen aus dem Andenparlament, Wilbert Bendezú, erarbeitet wurde.
Klimawandel
Im Rahmen des Gipfels haben sowohl die Armutsbekämpfung als auch der Klimawandel eine wichtige Rolle spielen.
Bei den Fragen des Klimawandels ist insbesondere das Thema Biokraftstoffe von Bedeutung - insbesondere für Brasilien. Brasilien ist einer der weltweit größte Produzent von Bioethanol, was in den vergangenen Wochen zunehmend kritisch diskutiert wurde - besonders in Zusammenhang mit den gestiegenen Lebensmittelpreisen. Der Preisanstieg wird unter anderem auch damit begründet, dass bestimmte Nahrungsmittel wie Mais und Soja auch zur Kraftstoffherstellung verwendet werden.
Bei der Bekämpfung des Klimawandels hat die Europäische Union unter anderem in Mexiko einen äußerst verlässlichen Partner. Mexiko hat beispielsweise das Kyotoprotokoll ebenso mitgetragen wie die EU.
Die Handelsbeziehungen
Die ursprüngliche Vorstellung der Europäischen Union, dass man mit regionalen Räumen Wirtschaftspartnerschaften abschließt, ist mittlerweile von der Zeit überholt worden. Die Länder Lateinamerikas haben sich selber in den letzten 5 Jahren immer weniger als einheitlichen Raum verstanden und immer mehr eine starke Unabhängigkeit der Nationalstaaten entwickeln. Das Ergebnis sind schwierige Verhandlungen über neue Partnerschaften.
Seit vielen Jahren wird etwa über regionale Abkommen mit Mercosur und Anden verhandelt. Doch gab es kaum Fortschritte die Verhandlungen liegen praktisch auf Eis und bewegen sicht nicht. Erika Mann empfiehlt daher, verstärkt den Abschluss bilateraler Abkommen zu prüfen, wie bereits im Fall von Chile und Mexiko.
weitere Informationen:
- Informationen zum Gipfel
- Schlusserklärung
- Interview im Deutschlandfunk mit dem EP-Präsidenten Hans-Gert Pöttering zum Gipfel
- Interview mit der EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner
- Zahlen und Fakten über EU und Lateinamerika
- Informationen der EU-Kommission zum Gipfel
- Artikel der Deutschen Welle über die fehlende Einigkeit Lateinamerikas
- Artikel im Handelsblatt über die Rolle Angela Merkels

