Seite druckenVom 9.-13. Januar 2006 unternahm die interparlamentarische Delegation der Europäischen Union und Mexiko eine gemeinsame Reise durch Mexiko, an der ich als Vorsitzende der europäischen Abordnung teilgenommen habe.
Empfangen wurde unsere Delegation zunächst in Mexiko City durch den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox Quesada. Begleitet wurde der Präsident von Wirtschaftsminister Sergio Garcia de Alba, dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Heliodoro Díaz Escárraga, und der Präsidentin des auswärtigen Ausschusses, Adriana González Carrillo.
Bei den offenen Gesprächen mit ihnen ging es vor allem um die Vertiefung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Mexiko sowie Lateinamerika insgesamt. Dabei wurde besonders das vierte Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der Staaten Lateinamerikas und der Karibik am 11.-12. Mai 2006 in Wien vorbereitet.
Die Atmosphäre bei den Gesprächen war sehr freundschaftlich und von Interesse für den Gesprächspartner geprägt. Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit der Entwicklung einer guten Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg, seit Mexiko in den 90er Jahren begann, sich sowohl politisch als auch wirtschaftlich zu öffnen. Obwohl die USA der größte Handelspartner Mexikos sind, nimmt die Bedeutung der Beziehungen zur Europäischen Union konstant zu, was nicht zuletzt den Bemühungen beider Seiten um Verständnis und Unterstützung zu verdanken ist.
Mexiko möchte für die EU eine Brücke zum US-amerikanischen Markt darstellen, und gemeinsam mit Mexiko sucht die Europäische Union nach neuen Wegen, sich auf dem US-Markt zu etablieren. Während der Gespräche wurde deutlich, dass der Weg dazu vor allem in einer Verstärkung der Zusammenarbeit im Bereich Handel zu finden ist.
Vor dem Hintergrund des Freihandelsabkommens der Europäischen Union und Mexikos aus dem Jahr 2000 fand ein reger Austausch über die Struktur- und Kohäsionsfonds in der EU, und die politische Situation in Mexiko und Europa statt - wobei auch eine mögliche Beobachtung der Wahlen in Mexiko am 2. Juli 2006 durch die EU zur Sprache kam.
Die sich anschließende Reise führet uns in den Nordosten Mexikos, in die Millionenstadt Monterrey - einem der bedeutendsten Industriestandorte Lateinamerikas. Am 12.1. hat die Delegation hier eine der Daimler-Chrysler Produktionsstätten in Mexiko (DaimlerChrysler Vehiculos Comerciales) besichtigt, wo Zugmaschinen für den südamerikanischen Markt hergestellt werden.
In Monterrey besuchten wir auf meine Anregung hin zudem das Instituto Technológico y de Estudios superiores de Monterrey. Dies ist eine beeindruckende technische Hochschule, die seit über fünf Jahren mit der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel in Niedersachsen kooperiert. Wir wurden ausführlich über das internationale Austauschprogramm zwischen beiden Instituten informiert, ein Programm, das sich als hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Mexiko auch im Bereich der fächer- und kulturübergreifenden Studentenförderung von Studenten auszeichnet.