Aktuelle Entwicklungen im "Hühnerstreit"

Am 28. Mai 2008 hat der Umweltausschuss im Europäischen Parlament die mögliche Aufhebung des Importverbots von Hühnerfleisch aus den USA beraten. Dabei sprachen sich die Abgeordneten deutlich gegen eine derartige Aufhebung des Importverbotes für Hühnerfleisch aus, welches zum Schutz vor Salmonellen mit Chlor behandelt wurde.

Pressemitteilung des Umweltausschusses

Am 28. Mai hat zudem die Europäische Kommission einen Regulierungsvorschlag verabschiedet. Mit der Regulierung soll der Gebrauch bestimmter antimikrobiotischer Substanzen zugelassen werden, mit denen die Ansteckung mit Hühnchenkadavern verhindert werden soll. Die Regulierung beinhaltet strickte Regeln und Kriterien für den Einsatz dieser Mittel. Die Zulassung der Substanzen soll in zwei Jahren einer Überprüfung unterzogen werden.

Sowohl im Europäischen Parlament wie auch in den EU-Mitgliedstaaten stießen die Vorschläge auf große Vorbehalte und werden weitgehend abgelehnt. Im zuständigen Agrarausschuss des Europäischen Parlaments haben sich alle Abgeordneten gegen die Vorschläge der Kommission ausgesprochen. In einer Sitzung von Vertretern der EU-Mitgliedstaaten sprachen sich ebenfalls alle Vertreter gegen den Vorschlag aus (nur Großbritannien enthielt sich seiner Stimme).

Der Streit zwischen der Europäischen Kommission und Parlament bzw. Mitgliedstaaten könnte sich auch auf die Arbeit des Transatlantic Economic Council (TEC) auswirken: die USA haben angekündigt, den "Hühnerstreit" als Lackmustest für den TEC zu sehen.

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23. Juni 2008 15:12