Neue Transatlantische Agenda - NTA
Im Dezember 1995 unterzeichneten US-Präsident Bill Clinton, der
spanische Ministerpräsident und damalige EU-Ratsvorsitzende
Felipe Gonzales sowie EU-Kommissionspräsident Jacques Santer die
“New Transatlantic Agenda” (NTA).
Die “Neue transatlantische Agenda” fügte der politischen Absicht
einer guten und stabilen transatlantischen Beziehung ein Gerüst
von Einzelaktionen hinzu, die es den transatlantischen Partnern
ermöglicht, konkrete Aktionen einzuleiten, Abkommen zu
unterzeichnen und Task-Forces einzusetzen.
Mit der NTA von 1995 haben sich die Europäische Union und
die Vereinigten Staaten zu vier Hauptzielen
verpflichtet
, um “unsere Überzeugung zu bekräftigen,
dass die Beziehungen, die unsere Völker verbinden, heute ebenso
stark sind, wie im vergangenen Jahrhundert”:
1. Förderung von Frieden und Stabilität, Demokratie und
Entwicklung.
2. Reaktion auf globale Herausforderungen wie organisierte
Kriminalität, Terrorismus und Drogenhandel. Außerdem müssen
Lösungen für globale Probleme im Bereich von Immigration, Asyl,
Umweltschutz, Bevölkerungswachstum, nukleare Sicherheit und
Gesundheit gefunden werden;
3. Beitrag zur Expansion des Welthandels und zu engeren
wirtschaftlichen Beziehungen (
Näheres
hier
)
4. Brückenschlag über den Atlantik für den Ausbau kommerzieller,
sozialer, kultureller, wissenschaftlicher und bildungspolitischer
Beziehungen.
Unterstrichen wurde
- die politische Unterstützung des Trans-Atlantic Business Dialog (TABD);
- die Notwendigkeit einer Ausdehnung der wissenschaftlich-technischen Kooperation;
- die Kontaktintensivierung der Zivilgesellschaft z.B. durch Ausbildung, Unterstützung von gemeinsamen Projekten, der Ausschöpfung der Informationstechnologien, um direkte Kontakte zwischen Schulen und Universitäten zu ermöglichen;
- eine engere kulturelle Kooperation u.a. durch Austauschprogramme
Mit der NTA erhielten die transatlantischen Beziehungen zum ersten Mal eine globale Dimension und Vision, indem sie den Rahmen für die Diskussion politischer Probleme mit globalen Auswirkungen setzten. Zehn Jahre später lässt sich feststellen, dass dieser institutionelle Rahmen heute nicht mehr ausreicht.
Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend durch. Das Europäische Parlament hat sich im Januar 2005 in einer Entschließung ausdrücklich für eine Erneuerung der Beziehungen auf Grundlage eines neuen transatlantischen Partnerschaftsabkommens ausgesprochen. Im US-Unterhaus ist eine Resolution verabschiedet wurden, die in eine ähnliche Richtung argumentiert. Das ist das erste Mal, dass beide Parlamente die Notwendigkeit für einen neuen Rahmenvertrag formell anerkennen. Es wird nun darauf ankommen, das sich öffnende Fenster der Möglichkeiten zu nutzen.

