"Never a waste a good crisis"
Im Rahmen
ihrer Antrittsbesuche als Außenministerin der USA besuchte Hillary Clinton
heute, am 6.März 2009, das europäische Parlament. Sie nahm an einer
Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "The next generation takes the
floor" mit jungen Europäern teil.
Auf die Frage, welche Antworten die amerikanische Regierung geben kann, um der Finanz- und Wirtschaftskrise Herr zu werden, und gleichzeitig die vielen Ziele, die sie sich im sozialen, im Gesundheits- und im grünen Bereich gesetzt hat, zu erreichen, antwortete sie mit dem Spruch: "Never waste a good crisis to give good answers". Im weiteren Verlauf ihrer Antwort sagte sie "Ich bin ein Optimist". Beide Aussagen verdeutlichen sehr gut den Stil von Hillary Clinton und der amerikanischen Regierung im Allgemeinen, aus der Wirtschaftskrise gestärkt hervor zu gehen.
"Leider muss man sagen, dass auf europäischer Ebene von dieser Botschaft wenig zu spüren ist. Man kann nur hoffen, dass Europa im Verlauf des Monats an der Krise wächst und gestärkt aus ihr hervor geht. Allerdings wird Europa das mit der jetzigen politischen Führung, und besonders unter dem jetzigen Kommissionspräsident José Manuel Barroso kaum schaffen", so Erika Mann, niedersächsische Europaabgeordnete.
Im Hinblick auf die transatlantischen Beziehungen sprach sich die Außenministerin für eine enge Zusammenarbeit zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Auf die Frage nach den Beziehungen zu Russland, verwies sie darauf, dass Russland bereits an den Gesprächen bei der Gaza-Geberkonferenz in Sharm el-Sheikh am 5.März 2009 teilgenommen hat. Sie betonte dabei einerseits die Notwendigkeit, Russland am Verhandlungstisch zu haben. Gleichzeitig müsse man jedoch mit "eyes wide open" in die Verhandlungen mit Russland gehen, so Hillary Clinton.
Hintergrund:
Außenministerin Hillary Clinton erste Auslandsreise umfasst Besuche in
Asien, dem Nahen Osten und Europa. Vor ihrem Besuch im Europäischen Parlament
und einem Gespräch mit Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering, nahm sie an
einem Treffen der Außenminister der NATO-Mitgliedsstaaten teil. Nach ihrem
Besuch in Brüssel wird die Außenministerin bereits heute nach Genf
weiterreisen, um dort ihren russischen Kollegen, Außenminister Sergej Lawrow,
zu treffen. Erika Mann arbeitet seit vielen Jahren federführend im Bereich der
transatlantischen Beziehungen, so zum Beispiel als Mitglied des
Transatlantischen Wirtschaftsrates (TEC) oder der Business and Economics
Advisors Group (BEAG) des Atlantic Council of the United States.
- Die Pressemitteilung des Europäischen Parlaments zum Besuch von Außenministerin Hillary Clinton finden Sie hier.
- Die Videoübertragung des Besuchs finden Sie hier.

